zwei × fünf =

drei × drei =

Es war höchste Zeit. Wir mittendrin in unserer EU-Silvestertour – und der Brexit vor der Tür. Für uns hieß es also zur letzten Jahreswende: Letzte Chance London. Da sind wir so strikt wie die EU selbst bei den Verhandlungen mit Theresa May: EU-Hauptstadt ist eben EU-Hauptstadt, und wer nicht dabei ist im „Klub“, wird nicht von uns an Silvester besucht. Also, auf ins Königreich. Eine Woche London mit Kindern. Silvestertour-Stopp Nummer 15 im WederCheck. London mit Kindern: Zwischen Wolkenkratzern und Schlössern

Anreise auf dem Silbertablett

Klagenfurt ist Ödland. Flugtechnisch. Im Süden Österreichs sind wir wirklich nicht gesegnet mit guten Direktverbindungen in EU-Hauptstädte. Ob Bukarest, Lissabon, Rom oder Helsinki – während unsere Freunde aus Berlin und Hamburg, mit denen wir die EU-Silvestertour nun schon über viele Jahre gestalten, die Qual der Wahl zwischen unterschiedlichen Fluglinien dorthin haben, haben wir aus Klagenfurt heraus nicht mal die Verbindungen.

Bis letztes Jahr. Gerade zurück von unserer #CZEtour18 erreichte uns die frohe Kunde: easyjet fliegt jetzt nach London. Jackpot. Rein ins WWW und gebucht. Hieß zwar: 6inaVan-Wintercamping-Tour mit Eurotunnel-Crossing, wie wir zuerst geplant hatten, aufgeschoben. Aber diesen Luxus der Direktverbindung, noch dazu zu einem recht erschwinglichen Preis von 550 Euro tuttocompletti für uns sechs, das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Auf nach London mit easyjet von Klagenfurt

London mit Kindern: städtisches Abenteuerland

Gleich vorweg: London hat uns wahrlich nicht enttäuscht. Wir kannten die Hauptstadt Englands zwar bereits. Aber der Flair, den London ausstrahlt, ist wirklich jedes Mal wieder bezaubernd. Belebter Multikulti-Weltstadt-Schmelztiegel, durchmischt mit dem fast dörflichen, mittelalterlichen Charme besonderer Straßenzüge, umgarnt und begleitet von monarchischer Geschichte, die aus London heraus Europa über Jahrhunderte hinweg mehr als prägte. Plus ein Angebot an Sehenswürdigkeiten, das für Monate locker gereicht hätte.

Wer London mit Kindern durchschweift, landet unweigerlich in einem städtischen Abenteuerland. Trotz Menschenmassen genug Platz zum Laufen und Spielen auf den breiten Fußgängerboulevards entlang der Themse oder in den Fußgängerzonen der Innenstadt. Oder in den Parks, die praktisch an jedes königliche Gebäude anschließen. Die Wege sind trotz Weltstadt kurz – und wenn es nicht mehr ging, sind wir einfach in einen Bus oder die Underground gehüpft.

So machten wir eine Woche lang das, was wir auf Reisen (fast) immer tun: Wir ließen uns treiben. Trotz London. Trotz der vielen Angebote. An einem Tag ging es raus nach Windsor, dann mal wieder ein wenig durch die Stadt laufen. Wachwechsel der königlichen Guards, dann British Museum oder Tate Modern. Oder London mit Kindern von oben betrachten. Ein heißer Tipp: der Sky Garden. Kannten wir vorher noch nicht. Vorher online anmelden (oder wie wir gaaaaanz lieb fragen, ob das eh vielleicht unter Umständen auch noch geht). Mit spektakulärer Aussicht.London von oben vom Sky Garden ausLondon von oben vom Sky Garden aus

Clapham – London very british

London mit Kindern: Durch ClaphamZuhause in London waren wir übrigens in Clapham. Typisch gentrifizierter Working Class Stadtteil, süß bürgerlich, mit coolen Ecken und viel Grün dazwischen, hätte ich gesagt. Und Wikipedia stimmt da zu.

Heute ist Clapham ein multikulturelles Stadtviertel, mit Angehörigen der Mittelschicht verschiedener ethnischer Herkunft, und die Heimat einer aktiven Schwulengemeinde. Viele junge Hochschulabsolventen und Studenten zieht es in die Gegend von Clapham.

Für eine Erkundung von Stadt und Umland jedenfalls war Clapham als Basis hervorragend geeignet. Busse vor der Haustür, Tube-Station ums Eck, Zugbahnhof für Tages-Ausflüge bzw. die Verbindung zum Flughafen Gatwick nah. Aber aufgrund dieser Punkte und der vergleichsweise doch recht zentralen Lage auch richtig teuer. Zumindest unser Appartement, das wir über AirBnB gebucht hatten, hat die Urlaubskasse allein schon richtig geleert. Zumindest für die Quadratmeter. Dafür gab es London von seiner ur-britischen Seite. Auch was.

Stadtteil Clapham in London

Appartement in London in Clapham

London mit Kindern – was wir gemacht haben

London mit Kindern zahlt sich voll aus. In dieser 8-Millionen-Metropole steckt selbst im Winter für jeden etwas. Wobei es eher auch egal ist, ob es Sommer oder Winter ist. Ich hatte nicht das Gefühl, dass recht viel geschlossen hat. Hier ein kleiner Überblick über all das, was wir in unsere London-Woche gemacht haben.

Paläste, Burgen und Geschichte

Der Tower und Schloss Windsor von innen, dazu Buckingham Palace mit dem berühmten Wachwechsel, dem Changing of the Guards, von außen – wer auf mittelalterliche Geschichte steht, ist in London goldrichtig. Dass das mit Kindern funktioniert, versteht sich von selbst. London mit Kindern: Guards im Tower of LondonSchloss Windsor mit Guards

Madame Tussauds

Wer sich von den horrenden Eintrittspreisen – wir haben zu dritt über 100 Euro gezahlt – nicht abschrecken lässt, kann hier mit Kids einen super Halbtag verbringen. Die Wachsfiguren sind unterschiedlich gut gemacht, teils verblüffend echt, teils viel deutlich als Figur erkenntlich. So oder so, sie laden zu viel Lachen und Blödsinnigkeiten ein. Posen hier, posen da, Foto hier, Foto da. Wer will, kann sich auch professionell an einer der vielen Stationen ablichten lassen. Mit der Queen, mit Darth Vader, mit Will.I.Am. Und dann natürlich das Foto-Set für nochmals mehr Geld am Ende kaufen. Ohne 4D-Film und Taxitour ala Disney-Land am Ende nur halb so lustig. Unbedingt online vorbuchen. Heißt zwar trotzdem noch ein wenig stehen, spart einen Haufen Zeit und Nerven. London mit Kindern: Madame Tussauds gehört dazuLondon mit Kindern: Madame Tussauds gehört dazu

Sport kucken

Zugegeben, das war nicht nur für die Jungs. Die beiden Großen in diesem Fall. Auch ich hatte mir das gewünscht: Einmal ein Premier League Spiel live sehen. Nachdem es bei den Spitzenclubs Chelsea, Arsenal oder Tottenham als Non-Member speziell um die Feiertage praktisch so gut wie unmöglich ist, an Karten zu kommen, entschieden wir uns für West Ham United. Die Hammers, oder Irons. Eh auch super. Denn die spielen im feschen London Stadium, das zu den Olympischen Spielen 2012 neu gebaut wurde. Und der Ösi-Nummer-1-Export nach Alaba, Marko Arnautovic, spielt da ja auch noch. Noch besser, wenn er auch noch just an diesem Abend einen Doppelpack schnürt. London mit Kindern: Fußballspiel im London StadiumAquatic Center vor dem London Stadium

Museen: Historie und Kunst für Umme

Großartig in London: Die staatlichen Museen sind gratis. Kein Eintritt. Geschichte und Kunst zum Mitnehmen. Genial. Auf unserer Liste: Das British Museum mit der (wohl auch kolonial bedingt) herausragenden Ägypten-Abteilung und dem berühmten Stein von Rosetta sowie das Tate Modern. Mit, nona, zeitgenössischer Kunst.

London mit Kindern: Im British Museum

London mit Kindern: Kunst im Tate ModernLondon mit Kindern: Kunst kucken im Tate Modern

Strollen in der Stadt

Und unsere Lieblingsbeschäftigung: einfach die Stadt einsaugen – bei Tag und bei Nacht. Gerade im Winter in London ein Großstadt-romantische Beschäftigung.

London mit Kindern: Quer über den Trafalgar SquareLondon im Winter - Weihnachtsmarkt mit Fish & ChipsLondon mit Kindern: eine Stadt voller Parks

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EU-Silvestertour bei 6inaVan - und der Brexit vor der Tür. Letzte Chance London. Eine Woche London mit Kindern. Silvestertour-Stopp Nummer 15 im WederCheck.

London im WederCheck
tolle Atmosphäre zwischen Weltstadt und Dorfwahnsinnig abwechslungsreichmuch to do
für den großen Geldbeuteltouristisch überlaufen
8.1Gesamtpunktzahl
Sehenswürdigkeiten9.6
Kinderfreundlichkeit8.5
Infrastruktur9
Versorgung8.9
Kosten4.3
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