zwanzig + 2 =

5 + zwanzig =

Kroatien ist nicht nur Strand. Speziell im Hinterland gibt es einige mittelalterliche Juwele, die unbekannt sind. Für uns jedenfalls. So erging es uns mit Motowie? Nein, Motowas? Nein, Motovun! Bis wir Ostern dort waren. Dann zeigte sich, dass nur wir es waren, die diese Stadt nicht kannten. Eine Stadt, die einem Museum gleichkommt. Eine Stadt, die schon in der Vorsaison eine gewisse Art von „Ich bin ein Touri-Hotspot“ ausstrahlt. Definitiv eine Stadt, in der der „Eintrittspreis“ gefühlt bereits mit dem Parken entrichtet wird.

Eindrucksvoll mittelalterlich

Es sind immer diese ersten Momente, die das Bild von etwas prägen. Bei Motovun und uns waren es zwei. Der erste bei der Anfahrt auf die Stadt, über Berg und Tal durch das istrische Hinterland, auf dem Heimweg unserer Kroatien-Erlebnisse in der Osterwoche (zum Nachlesen im Übrigen hier, hier und hier). Majestätisch auf einem Bergrücken gelegen, eingebettet in Weinreben, ragten Häuser und Türme in den Himmel. Eindrucksvoll, einprägsam. Ein „Wow“ und ein „Yeah“ hallte durch den WederVan. Richtige Entscheidung, nicht den schnurgeraden Weg nach Klagenfurt über die Autobahn einzuschlagen, sondern den „Sightseeing-Umweg“ in Kauf zu nehmen. Motovun

Und dann war da der zweite Moment. Kurz das Ortsschild passiert – und schon werden wir begrüßt. Von jubelnden Einheimischen. Innerlich zumindest. So jedenfalls stellen wir uns die Gefühlslage des äußerst zuvorkommenden, jungen Park- und Stadt-Einfahrtswächters vor, der uns mit schwingenden Handbewegungen anweist, nach links zu fahren und einen Parkplatz auf dem Campingplatz am Fuß des Berges aufzusuchen. Denn rauf geht es für uns nicht. Unser WederVan gilt als Wohnmobil. Und die dürfen nicht hoch. Die bleiben unten. 50 Kuna, also rund 7 Euro warten dafür auf uns. Nicht die Welt. Aber für einen Stopp, den wir als Durchreise von in etwa zwei Stunden geplant hatten, dann doch für den ersten Moment eine unwillkommene Überraschung.

Egal, halb so wild. Zwei Kilometer – hatte er gesagt – seien es in die Altstadt. Hoch zwar, aber wir kommen ja aus dem Urlaub, Energie getankt (zumindest die meisten), zudem ja noch wenig gelaufen an diesem Tag. Schaffen wir. Haben uns also den Shuttle Bus und dessen Kosten geschenkt – und los. Der Weg war zwar schon ganz idyllisch, hat sich dann doch etwas gezogen mit den Jungs. Aber sie sind tapfer Schritt für Schritt und Stufe für Stufe nach oben. Die Großen zumindest. Die Kleinen hatten ihren eigenen Shuttle Bus aka Mama und Papa. Da ging sie also wieder dahin, die Urlaubsenergie.Motovun bergauf

Motovun – und wo ist das Highlight?

Oben erst einmal Pause. Jause. Rast auf den Stadtmauern. Ein paar Meter weiter der erste Blick in die Landschaft. Herrlich. Grüne Hügel, weite Sicht, aufregendes Wolkenspiel. Die Autos ganz weit weg, klein wie Ameisen. Nachvollziehbar, warum die Stadt gerade hier, auf diesem Berg entstanden ist. Ein Ausblick zum Reinschmeißen – wäre er ein flauschiges Kissen.

Motovun bergauf

Toller Ausblick in MotovunHerrlicher Blick ins Tal in Motovun

Doch irgendwann hat es sich auch bei der besten Aussicht ausgeguckt. Besonders für die Kinder. Abenteuer müssen her. Und da bietet die Stadt leider recht wenig. Stadttor, Kirche, Hauptplatz, Rundgang entlang der Stadtmauer – und das war es grosso modo. Für verliebte Pärchen, die sich Zeit nehmen können, in einem der verlockenden Restaurants mit diesem herrlichen Ausblick einzukehren oder sich durch die kleinen, exquisiten Trüffel-Olivenöl-Spezialitäten-Minishops zu probieren, ist Motovun sicherlich ein absoluter Romantiktraum. Für Familien mit Kindern hingegen nur semi-spannend.Der Hauptplatz von MotovunMotovun Hauptplatz

OK, auch in Motovun fanden sich ein paar mittelalterliche Ecken zum näher Hinschauen, fanden sich Stöcke für Ritterkämpfe, auch hier wurde Fangen gespielt. Zum Toben und Spielen ist die Stadt bis auf den Hauptplatz aber eigentlich zu eng, zu verwinkelt, der Rundgang um den Stadtkern nur halbschaurig mit der meterhohen Stadtmauer auf der einen und einem Stahldraht-Geländer auf der anderen gesichert. Und obwohl nur Einheimische in den mit Kopfsteinpflaster tapezierten Stadtkern fahren dürfen, tummelten sich subjektiv gefühlt recht viele Autos darin, die dann auch recht plötzlich und unerwartet aus Ecken oder Tordurchfahrten auftauchten. Oder ambitionierte Radl-Gangs in Lycra-Wursthäuten, nur teils mit E-Antrieb, die die Stadt als Trainingszentrum nutzten. Für uns als Eltern hieß das ein ständiges Hab-Acht, Zur-Seite-Treten und speziell die kleinen Kids oft an der Hand zu nehmen. Irgendwie unentspannt.

Entspannt wurde es dann aber dennoch. Beim inoffiziellen Highlight von Motovun: Bevor wir die Wanderung nach unten und damit nach Hause antraten, hieß es für uns noch „Eisschlacht“. Gut, nicht sehr Motovun-spezifisch, aber in der Situation und im Vorblick auf den bevorstehenden „Abstieg“ durchaus wichtig. Und so bleibt Motovun doch irgendwie süß in Erinnerung.Eis in Motovun

 

Motovun im WederCheck
süß mittelalterlicheindrucksvolle Landschaft
Kletterei für Kidstouristische Aufmachung ohne WowAb vom Schusseng, viel Anrainerverkehr
4.9gesamt
Sehenswürdigkeiten6.3
Kinderfreundlichkeit3.9
Infrastruktur4.3
Versorgung4
Kosten5.8
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