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Neuseeland ist Auckland, Christchurch und Wellington. Und Natur, Vulkane, Fjorde, Strände. Hamilton ist auf der Liste der Highlights mit touristischer Magnetwirkung hingegen nicht zu finden. Wie auch. Ist schon Hamilton allein kaum zu finden. Weder auf Neuseeland-Highlight-Seiten, noch auf Google. Hier konkurriert das schmucke Städtchen mit dem gleichnamigen Lewis, einem Musical und einer Uhren-Firma. Und ein paar anderen Städten in Kanada und den USA. Erst „Hamilton Neuseeland“ führt wirklich zum Ziel.

Für uns war das ein Vorteil. Schließlich lebten wir dort, und waren nur in kleineren Teilen Touristen in unserem Auslandsjahr 2011/12. Und zum Leben war und ist Hamilton wirklich perfekt. Perfekt und fad? Nein. Auch in und vor allem um Hamilton gibt es einige Sehenswürdigkeiten, die Neuseeland-Reisende nicht auslassen sollten. Hier unsere „triple-Ts“, Hamiltons Tagestriptipps. Manche bekannter, manche eher „Geheimtipps“. 6inaVan-handselektiert.

Hamilton Neuseeland: Hamilton Gardens, Zoo & Punnet Café

So eine Pflanze…

Hamilton Neuseeland ist nicht Lewis. Die Stadt hat nichts von Weltruhm oder des Formel-1-Fahrers „Spice-Appeal“. Keine Coolness, keine berühmten Bauwerke, keine musealen Highlights. Hamilton Neuseeland ist eine einfache Stadt zum Leben. In Grün. In der Natur. Und wer kommt, muss vor allem dort hinein: In die Hamilton Gardens. Das Highlight schlechthin. Große Parkanlagen mit Blick auf den Waikato River. Botanische Gärten Kiwi-Style. Viel Maori-Kultur, viele einheimischen Pflanzen, viel gelebte Landwirtschaft mit integriertem Biohof.

Dazwischen ein wenig China mit Bambus hier, ein wenig indisch mit Taj Mahal-Stil-Tempel da, wiederum ein wenig englisch hier mit Landhaus im Cottagestil und Gärten drumherum dort. Und Seen. Und Spielplätze. Super zum Spazieren, super zum Verweilen, super zum Entdecken. Und das zum Nulltarif.  Blume aus den Hamilton Gardens in Hamilton NeuseelandMaori Kultur in den Hamilton Gardens in Hamilton Neuseeland

Lecker-Schlecker-Ausflug

Neben den Gardens immer einen Ausflug wert: Das Punnet Cafe. Von unserem Mietshäuschen sogar fußläufig zu erreichen. Mit absoluter Liebe zum Detail, ein bisschen Vintage-Bobo-shabby-chic-Style und dem besten, frisch gemachten Erdbeereis, das es gibt.Das Punnet Cafe in Hamilton NeuseelandIm Punnet Cafe ein Eis in Hamilton Neuseeland

Tiere im Schatten

Klar, einen Zoo hat Hamilton auch. Besonders? Im internationalen Zoo-Ranking wohl eher nicht. Aber immerhin schön schattig angelegt. Und Zoo, so etwas geht bei Kindern bekanntlich immer. Deshalb darf er hier einfach nicht unerwähnt bleiben. Eintritt 23 NZ-Dollars (rund 14 Euro) pro Erwachsener, Kinder zahlen 11 (rund 7 Euro).Giraffen im Zoo in Hamilton Neuseeland

Raglan

Es ist der Surfspot schlechthin in Neuseeland. Ein Dörfchen, hipp und mondän. So wie es im Surfer-Buche steht: Kleine Cafés und Bars in einer Hauptstraße. Daneben Surfshops und kleine Handwerksläden mit einer Auswahl von China-Klumperts und VW California Fangear über selbst gebastelte Ketten und kleinere Möbelstücke bis hin zu coolen T-Shirts und Hippie-Klamotten. Traumhaft zum Chillen, sich treiben lassen.

Fährt man diese Hauptstraße weiter, kommt man auf die Küstenstraße, die raus führt aus dem Dorf. Vorbei an unserem Favorite Fish&Chips-Shop „Raglan West Store“ in der Wainui Road. Mit Abzweigungen zu den Stränden. Das Coole: Dort wartet schwarzer Vulkansand. Super heiß zwar, wenn einmal die Sonne dauerhaft hervorkommt. Aber das ist in Neuseeland eh eher selten.

Ach ja, das Dörfchen heißt übrigens Raglan. Über eine selbst schon entzückende, kurvenreiche Straße durch grüne Hügellandschaften in rund 50 Kilometern von Hamilton aus zu erreichen. War nicht nur der erste Ausflug aus Hamilton für uns in unserem Auswanderjahr, sondern gehörte immer wieder zu unseren Lieblingsdestinationen, wenn wir mal „raus“ mussten.

Der in Surfkreisen bekannteste Strand bei Raglan ist Manu Bay. Fragt mich nicht, aber es scheint hier die womöglich längste Linkshänderwelle der Welt zu geben. Wir waren mehr ums Eck. Eine Bucht weiter. Mit Schwimmsachen. Dennoch: Hier ritt Kaspar seine erste Welle, als wir 2016 auf unserer „NZ-Stippvisite“ kurz zu Besuch kamen. Auf dem Weg zum Strand in Raglan nahe bei Hamilton NeuseelandAm Strand von Raglan nahe von Hamilton Neuseeland

Waitomo Caves & Otorohanga Kiwi House

Ein Glühen in der Touri-Welt

Wenn es etwas in die Top-Listen der Neuseeland-Sightseeing-Must-Sees schafft, dann sind das in und um Hamilton die Waitomo Glowworm Caves. 75 Kilometer aus Hamilton gen Süden liegen sie versteckt in einem Tal. Versteckt wären sie zumindest, wenn die Höhlen nicht durch die überdimensionalen Schilder entsprechend angekündigt werden würden. Aus unterirdischen Höhlen mit Tropfsteinen und ein paar Kiwi-Glühwürmchen drinnen jedenfalls wurde eine Touristenattraktion klassischem Ausmaßes. Mit allem drum und dran – von großen Bus-Parkplätzen über Souvenirshops und Restaurants bis hin zu unterschiedlichen Abenteuer-Touren.

Als Gast hast du die Qual der Wahl. Einfach nur in Grüppchen im 15 Minuten Rhythmus durch die Höhlen stapfen und eine kurze Bötchen-Fahrt genießen oder sich in Neopren quetschen und im Canonying-Rafting-Stil die Glühwürmchen abenteuerlich erkunden. Natürlich auch entsprechend touristisch entlohnt. So kostet ein „normales“ Besucherticket für die Glühwürmchen-Tour stolze 51 Neuseeland-Dollar (rund 30 Euro). Das summiert sich dann doch als Familie. Auch wenn es insgesamt sicher nicht der einprägsamste Ausflug in Neuseeland war, ein echtes Erlebnis ist es dennoch. Speziell für die Kinder.  Glühwürmchen in den Waitomo Caves in der Nähe von Hamilton NeuseelandTropfsteinhöhle Waitomo Caves in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Federleichter Biologieunterricht

Ich selbst war beim Ausflug in den Südwesten Hamiltons mehr beeindruckt vom Otorohanga Kiwi House. Kiwi im Sinne von Vogel, nicht von Frucht. Otorohanga, klar, wer kennt das nicht. Eine Kleinstadt rund 60 Kilometer von Hamilton entfernt und direkt auf dem Weg zu den Waitomo Caves gelegen. Und dort ein kleines, braunes Schild. Mehr war es nicht, das uns verlockte, hier mal kurz von der Hauptstraße ab zu biegen.

Das Kiwi House ist kein Zoo. Es handelt sich vielmehr um ein kleines „Breading und Conservation Center“ für den nachtaktiven Nationalvogel Neuseelands. Warum das so wichtig ist: Der flapsig-wirkende, flugunfähige, rundliche Federball mit dem langen Schnabel ist vom Aussterben bedroht. Und solchen Einrichtungen wie in Otorohanga gilt Dank, dass es ihm oder zumindest ein paar seiner Artgenossen schon wieder besser geht, seit wir dort waren.

Vermutlich fanden wir es so gut, weil es uns – sehr lehrreich und kindgerecht aufgemacht – in eine gänzlich neue Welt entführte. Während wir Stalagmiten und Stalagtiten doch schon kannten, gab es hier jedenfalls eine Handvoll spannender neuer Informationen. Besonders noch heute in Erinnerung: Ein Röntgenbild eines „schwangeren“ Kiwis. Inklusive Ei im Inneren. Soweit so normal. Des Kiwis Kern: Das Ei nimmt zwei Drittel der Körpergröße des Kiwis ein. Federleichter Biologieunterricht jedenfalls. Übersichtlich und auf mehr oder weniger eine Spezies fokussiert. Und das, ohne zu stark auf die „Bitte spenden“-Drüse zu drücken. Die scheinen in den 24 Neuseeland-Dollar (rund 15 Euro) Eintritt für einen Erwachsenen schon dort eingerechnet zu sein. Aber das zahlten wir gerne.

Otorohanga Kiwi House in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Hobbiton

Wir haben in unserem Auslandsjahr in Neuseeland viel gesehen, viel bereist. Doch obwohl nur 60 Kilometer westlich von Hamilton gelegen – in Hobbiton, dem berühmten Filmset zu „Herr der Ringe“ in der Kleinstadt Matamata waren wir nicht. Zuerst lag es nicht im Fokus. Und dann hatte sich dort Herr Peter Jackson mit seiner Crew breit gemacht, umgebaut und gedreht. Auf jeden Fall haben wir das Hobbiton Movie Set erst 2016 bei unserem wiederholten NZ-Besuch nachgeholt. Für viele echte Fans wohl Wow-Momente bei jedem Hügel. Für uns am Ende des Tages nur ein wahnsinnig überteuerter Touristen-Magnet mit Eh-Nett-Faktor.

Wie Ameisen erkletterten die Touristenmassen in den geführten Touren im Filmset die grünen Hügel. Ein Innehalten, Erkunden, Erforschen kaum möglich. Wäre auch gefährlich, schließlich bestehen die Attrappenhäuschen von Bilbo und Co. nur aus Maschendrahtzaun und Pappmaschee. Dazwischen ein paar Erklärungen. Foto hier, Foto da und weiter. Muss sein. Platz für die nächste Gruppe. Am Ende im Green Dragon Inn ein Met oder Apfelwein. Der ist im Ticket mit drin. Und dann mit Bus wieder retour zum Souvenirshop. Und schwupps – eineinhalb Stunden rum, 79 Neuseeland-Dollar (knapp 50 Euro) weg. Pro Erwachsener versteht sich.Hobbiton Herr der Ringe Movie Set in der Nähe von Hamilton NeuseelandThe Green Dragon Inn in Hobbiton Matamata am Movie Set von Herr der Ringe in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Cambridge, Lake Karapiro & Tirau

Pferde-Sperma-Parade

Nur rund 25 Kilometer im Südosten Hamiltons entfernt liegt Cambridge. Nicht so mondän wie das Pendant in England. Aber das große Erbe versucht Cambridge Neuseeland bei Hamilton Neuseeland durchaus anzutreten. Im Fokus hier: Pferde. Das Pferdesport-Mekka Neuseelands ist hier daheim. Und wir mitten drin. Zum einen zum Trabrennen, zum anderen in der „Stallion Parade“. Jährliche Thermodeckenverkaufstour für Pferdezüchter beim Tag der offenen Gestüte. Heißt: Autokorso von einem Gestüt zum nächsten, fachsimpeln, Stammbäume der besten Pferde im Stall begutachten. Wer die Stuten decken darf, muss schließlich durchdacht sein auf dem Weg zum neuen Champion. Ein Decksprung jedenfalls kostet hier rund 7.000 bis 12.000 NZ-Dollar, also rund 4.000 bis 7.000 Euro. Gut, wir haben unser Geld dann doch lieber anders ausgegeben. Vermutlich für ein Erdbeer-Eis beim Punnet Café, siehe oben.

Wassersport mit Pferdestärken

Ein paar Kilometer weiter durch Cambridge hindurch wartet schon das nächste Highlight: Lake Karapiro, ein künstlicher Stausee. Angelegt für Wassersport jeglicher Art. Rudern zum Beispiel. Aber auch Speedboat-Rennen. Wir waren mehr von Zweiterem begeistert. Zumal wir in Hamilton das Rudern auch hatten. Wassersport mit Pferdestärken. Passt ja auch zu Cambridge.Speedboat am Lake Karapiro in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Blechstadt

Tirau ist klein. Wirklich klein. Nochmal 20 Kilometer weiter vom Lake Karapiro gen Süden. Und dann taucht sie auch schon auf, die Besonderheit des Dörfchens: Tirau ist die Blechstadt Neuseelands. Die Häuschen aus Wellblech, die Werbeschilder sowieso. Skurril und lustig für einen kurzen Ausflug. Einladend, bunt und fröhlich. Ich liebe so etwas.Wellblechhäuser in Tirau in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Tauranga

Strand. Was Raglan für Hamilton nach Westen ist, ist Tauranga nach Osten. 100 Kilometer weg. Das Zentrum des Ostens der Nordinsel. Einfallstor zur Coromandel Peninsula. Einfallstor für Touristen. Denn so lieblich Raglan auf der einen, so großtouristisch ist Tauranga auf der anderen Seite. Hier halten die Ozeandampfer, wenn sie Neuseeland umrunden. Dann strömen Massen von Menschen durch die Stadt und an die Sandstrände. Meist in Gruppen, und beklebt mit Namensschildern. Kreuzfahrtschiff in Tauranga in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Wenn keine Schiffe da sind, ist Tauranga aber durchaus gemütlich. Fast schon leer irgendwie. Dann gibt es Parkplätze an der Strandpromenade. Und es lässt sich hervorragend chillen am Strand. Oder sich einbuddeln. Jeder, wie er mag. Oder nicht mag.Tauranga in der Nähe von Hamilton NeuseelandAm Strand in Tauranga, einer Küstenstadt in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Paeroa & Waihi

World Famous in New Zealand

Eigentlich ist es ein Softdrink. Eine Limo. Aus Zitrone. Und mit Wasser aus Paeroa. Und mit gutem Marketing. Ein wenig wie das neuseeländische Frucade. So erreichte „Lemon and Paeroa“ jedenfalls Weltruhm. Naja, zumindest nennt sich das Getränk „world famous in New Zealand“. Mittlerweile auch schon Teil von Coca-Cola. Der Mythos aber bleibt. Die Stadt, rund 70 Kilometer nordöstlich von Hamilton auf dem Weg zur Coromandel Peninsula gelegen, ist ganz in dunkelgelb und braun getaucht. Ein Foto mit der überdimensionalen Flasche obligatorisch.

Ortsschild von Paeroa in der Nähe von Hamilton NeuseelandLemon and Paeroa Bottle in Paeroa in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Goldgräberstimmung

Waihi klingt, wie es ist. Goldig. New Zealand’s Heart of Gold. Rund 20 Kilometer nach Paeroa Richtung Strand. Waihi Beach. Durch die Straßen weht der Wind. Vom Meer. Und der Geschichte. Waihi, am südlichen Ende der Coromandel Peninsula gelegen, war eine Goldgräberstadt. Die Überrest aus alten Tagen sind noch zu sehen. Und zu erkunden. Goldgräberstadt Waihi in der Nähe von Hamilton Neuseeland

Goldgräberdenkmal in Waihi in der Nähe von Hamilton NeuseelandNach Gold aber wird nicht mehr gegraben. Eher nach Spaß. Nach Freude am Leben. Die berühmte Beach Party haben wir ausgelassen. Dafür waren wir beim alljährlichen Trolley Derby dabei. Seifenkistenrennen würden wir sagen. Runter vom Goldgräberhügel, rein Stadt. Crashes vorprogrammiert.

Trolley Derby in Waihi nahe Hamilton Neuseeland

Ob Trolley Derby oder nicht – Waihi ist jedenfalls ein toller Ausflug für einen Tag. Und Strand gleich daneben. Nur unser Café von 2011, das scheint es heute nicht mehr zu geben. Ob es am für deutsche Besucher vielleicht nicht gerade einladenden Namen lag?

Hot Pipi Cafe in Waihi Beach nahe Hamilton Neuseeland

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Hamilton Neuseeland und drumrum: Mehr Wow als gedacht. Ausflugziele in der Waikato Region wie Hobbiton, das Movie Set von Herr der Ringe oder die Waitomo Caves im 6inaVan Check.

 

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