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Wie ein Rennpferd im Startblock scharrte ich mit den Hufen. Es kribbelte. Ich spürte: Es wurde Zeit. Zeit, die Vanlife Saison 2018 zu eröffnen. Packen, losbrausen, leben und erleben. Mein Bissen Brot. Doch wo fahren wir als erstes hin? Ans Meer wie letztes Jahr? Oder in die Berge? Nein. Wir starten in Leobersdorf. Und in Berndorf. Im Triestingtal in Niederösterreich. Einfach so. Am Weg nach Wien. Die WederJungs on the road. Ohne Franzisca. Männerausflug zum Saisonstart im Zeichen tierischer Erlebnisse.

Das Nützliche – und vor allem das Angenehme

Zugegeben. Es war Zufall. Berndorf, Leobersdorf – diese Orte kannten wir bislang nur von den Schildern auf der Südautobahn A2 von Klagenfurt nach Wien. Dort einmal zu halten, ist uns bislang nicht eingefallen. Diesmal schon. Klar war nur: Wir wollen nach Wien. Franzisca abholen. Denn die war zum verlängerten Wochenende schon dort. Konferenz again. Und Junggesellinabschiedssause. Jungs unerwünscht. Gemein, dachten wir daheim gebliebenen Testosteronbomben. Und machten uns auf die Suche nach dem eigenen Spaß.

Was wir wussten: Fußballturnier am Samstag Morgen, klar, das muss noch sein. Dann aber los. Bevor der Weder-Trupp sich gen Norden bewegte, bewegte sich der Finger über der Landkarte. Oder besser gesagt die PC-Maus auf Google Maps. Entlang der Autobahn. Was können wir nur Schönes machen? Und wo übernachten wir? Und schon kurze Zeit später stand der Plan: Über den Wild- und Spielpark Preding nach Berndorf zum Seecamping Masai Mara. Ein wahrlich tierisches Vergnügen.

Tierpark Preding: Wo die Zeit nagt

Eingang des Erlebnisparks Preding mit Karussell und ImbissEs klang eigentlich nach richtig viel: Tierpark, Wildpark, Spielpark. Das alles in Preding, einem kleinen Ort südlich von Graz. Doch schon der Blick auf die Homepage im Web 1.0-Stil und Sätzen in der Rubrik „Aktuelles“ wie „In diesem Jahr – 2011“ hätte mich stutzig werden lassen sollen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nicht nur online.

Alles am Park wirkt ältlich, handgestrickt und in die Jahre gekommen. Die Schilder haben Patina angesetzt, die Imbissbude, die neben dem ordentlich anmutenden Restaurant als erstes nach dem Parkplatz ins Auge springt, war zu. Der Spielpark entpuppte sich als ein Sammelsurium von Karussellen, Gokarts, Münzautos und Kinderspielplatz. Alles extra zu bezahlen. Euro-Münzen-weise. Und noch vor dem eigentlichen Eingang zum Tierpark.

Dort ist der überdachte Kassenbereich mehr oder weniger ein offener Tisch mit Kassa drauf. Daneben stapeln sich Kübel mit Futter, gegenüber die Eistruhe. Irgendwie alles lieblos zusammengeschustert. Ohne Gesicht. Auch die rot umrahmten Schilder mit dem Hinweis, der elterlichen Aufsichtspflicht nachzukommen, wirkten – wie alles andere – wenig einladend.Warnschild am Spielpark Preding am Klettergerüst

Erwachsenenblick trübt nicht den Kinderspaß

Drinnen im privat-geführten Wildpark ein ähnliches Bild: Der erste Blick nach der Kassa, bei der ich 21 Euro für  einen Erwachsene (7 Euro) und vier Kinder (3,50 Euro) gelassen hatte, fällt geradeaus auf das verhältnismäßig große Veranstaltungsgebäude. Das aber war leer. Und trug damit passenderweise zum eher traurigen ersten Gesamteindruck bei.

Die Tiergehege selbst sind zwar groß und weitläufig, viel spielt sich darin für die Bewohner jedoch nicht außer Fläche und ein paar Häuschen als Unterschlupf für Ziegen, Schafe, Lamas & Co. Muss vielleicht auch nicht. Denn sie kommen sowieso alle zum Zaun. Dort, wo Mensch und Futter warten. Nur die Affen haben einiges zum Klettern und Spielen.Affen im Tierpark PredingUnd doch: So sehr ich das auch alles mit meinen Erwachsenen-Augen sehe, ist das Schöne bei solchen Dingen, dass die Jungs mit anderen Maßstäben messen. Ihnen war es egal, ob der Park schon leicht angegraut erschien. Sie hatten ihren Spaß mit den Tieren. Und auf den Kinderspielplätzen, die immer wieder malerisch auf dem Rundweg eingestreut waren.WederJungs spielen am Spielplatz im Tierpark PredingKinder und Kamele im Tierpark PredingGruppenbild der WederJungs im Tierpark Preding

Seecamping Masai Mara: Afrika in Niederösterreich

Nach den echten Tieren ging es weiter zu den unechten. Ab ins Triestingtal in die Krupp-Stadt Berndorf zum Seecamping Masai Mara. Afrika am See. Und das in Niederösterreich. Begrüßt wurden wir stilecht von einem Büffel und einem Kamel. Lebensgroß. Aus Hartplastik. Und von Laufenten. Auch lebensgroß. Und echt. Und von Familie Opel. Auch echt. Und wahnsinnig hilfsbereit und freundlich. Die, wie sie kurz erzählten, eine enge Beziehung zu Afrika pflegen. Dort immer wieder zu Besuch und im Urlaub waren.Kamel am Eingang zum Seecamping Masai Mara im TriestingtalDie vielen Figuren und Mitbringsel vom schwarzen Kontinent zieren entsprechend die Rezeption. Wie das gesamte Motto im Namen und auf dem gesamten Areal des kleinen, aber liebevoll gepflegten Campingplatzes am See. Die Infrastruktur am Platz ist hervorragend. Moderne, gepflegte Duschen, kurze Wege. Dazu ein kleiner Imbiss für Snacks und Frühstück. Und mit 31 Euro/Nacht für uns alle absolut in Ordnung.

Zwischen Tieren

Die Stellplätze am See für die Einzelnachtcamper wie wir liegen direkt am Ufer. Zwar recht eng nebeneinander wie an der Perlenschnur aufgefädelt, dafür mit hervorragendem Blick auf ein Krokodil im Wasser sowie einen Gepard auf der kleinen Insel im See. Genau, die Plastik-Tiere. Die sind überall. Die ein oder andere Frage an die Jungs, ob das nicht doch echte Tiere seien, konnte ich mir nicht verkneifen. Pädagogisch wohl nicht ganz angemessen. Musste trotzdem raus.6inaVan Stellplatz am Seecamping Masai Mara in Berndorf

Die Stimmung unter uns Jungs jedenfalls war nach einem so action-reichen Tag hervorragend. Jeder packte mit an. Auch wenn die Handgriffe im Van noch etwas eingerostet waren. Wie weit ziehen wir die Bank nun nach vorne? Wo hatten wir die Verdunklungen noch einmal verstaut? Ein Aufbauchallenge-Rekord wäre an diesem Tag sicher nicht gefallen.

Nach so viel Aufregung war die abendliche Pizza verdient. Davor: Noch einmal stapfen, diesmal in den Ort entlang der Triesting. Oder besser gesagt rollen. Stehend, sitzend oder liegend. Hauptsache am Longboard. Die Flusslandschaft idyllisch, die Pizza lecker. Zurück am Campingplatz gab es dann aber nur noch eines: Umfallen in die Kojen.Rollend durch BerndorfEntlang der Triesting

Generationenpark in Leobersdorf – park done right

Und Leobersdorf? Dieser Stadt statteten wir nach unserer ersten Van-Nacht 2018 noch einen Besuch ab. Das scheinbare Jahreshighlight der Stadt, der Brückenlauf am 1. Mai, warf auf dem Kirchenplatz mit all seinen Buden und Bühnen schon seine Schatten voraus. Aber dort und in der langgezogenen Hauptstraße, die sehr vorbildlich und modern als Begegnungszone gestaltet ist, wollten wir uns nicht lange aufhalten. Empfohlen wurde uns vielmehr der Generationenpark. Mit Jungs voller Energie müssten wir genau dort hin, so die freundliche Bedienung in der Pizzeria vom Vorabend. Also gingen wir. Auf dem Weg zum Generationenpark in LeobersdorfUnd sie hatte recht. Eingepflegt zwischen der lieblichen Triesting und einigen Weingütern liegt der weitläufige Park in Leobersdorf. Viel Grün, viel Platz, viele Bänke, viele Spiel- und Sportgeräte. Nicht ghettomäßig jeweils eines an einem Fleck, sondern verteilt am ganzen Park. Kinderschaukel hier, Sandkasten dort. Die große Rutsche von einem eigenes aufgeschütteten Berg herab, wie es aussieht. Richtig genial für jedermann. Richtig genial für die WederJungs. Und richtig genial zum Auspowern vor den abschließenden Kilometern nach Wien. So darf eine Vanlife Saison starten. Mit tierischen Begegnungen und schwungvollen Höhenflügen.Rutsche im Generationenpark LeobersdorfSchaukeln im Generationenpark Leobersdorf

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Die 6inaVan Vanlife Saison 2018 ist eröffnet. Mit einer Tour durch das Triestingtal. Mit Leobersdorf und Berndorf, und mit tierischen Begegnungen. Die WederJungs on the road. Ohne Franzisca. Ein 6inaVan Reisebericht.

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