neunzehn + sieben =

sechzehn − 13 =

Eine Konferenz in Kalifornien. Dazu konnte ich nicht Nein sagen. Wäre die Jahrestagung meiner internationalen Fachgesellschaft nicht sowieso immer ein Muss für mich, fand diese zudem in diesem Jahr in San Diego statt. Das musste dann also gleich zweimal sein. Und Xaver, noch nicht so ganz autark, den habe ich einfach mitgenommen. Und wir wären nicht die Weders, wenn wir daraus nicht zumindest einen kleinen (Mama-Baby-)Roadtrip machen. Deshalb das Reiseziel: Los Angeles. Los Angeles mit Kindern im WederCheck.

Mit dem Auto auf ErkundungsfahrtLos Angeles mit Kindern - Franzisca & Xaver am Airport

Nach einem doch etwas durchwachsenen 12-Stunden-, dafür aber Direkt-Flug war der erste Eindruck von Los Angeles überwältigend. Palmen, Strand, und alles irgendwie eine Nummer größer! So auch bei der Leihwagenfirma. Schlange stehen, dann Formalitäten klären mit der Telemitarbeiterin an einem der Computerbildschirme. Dann durfte ich mir vom großen Parkplatz einfach ein Auto der gebuchten Kategorie aussuchen. Schlüssel steckt, Kindersitze stehen in der Halle zum selber rausnehmen. Na dann. Selbst ist die Frau. Und los ging es!

Durch die „Stadt der Engel“ mit dem Auto und einem Zwerg auf dem Rücksitz? Ja, das geht – sogar ohne Navi. Drei Tage Zeit vor der Konferenz hatte ich mir eingeplant für L.A. Und es war die richtige Entscheidung. Denn diese wurden zu einem echten „Wederschen Rodeo Drive“. Immer der Nase nach. So haben wir ein sehr echtes Bild der Stadt bekommen. Auch abseits der touristischen Pfade. Dementsprechend folgen ein paar besondere, buntgemischte Highlights unserer Tour aus „gejetlagter“ Babyperspektive aus der Serie Stadt mit Kindern, diesmal „Los Angeles mit Kindern“:

Palmen, Sonne und immer der Nase nach

In der Morgensonne den St. Monica Boulevard immer stadteinwärts – da kann man nicht viel falsch machen. Man landet mehr oder weniger direkt auf der Straße der Stars und Starlets, dem Hollywood Boulevard. Oder man wechselt wie wir auf die nördliche Parallelstraße, den Sunset Boulevard. Dann erhascht man quasi im Vorbeifahren noch einen Blick auf die Villen von Beverly Hills (oder zumindest deren blickdichte Zäune und Tore). Manchmal sogar ein Lächeln der Gärtner, die in großen Schwärmen und mit Schläuchen bewaffnet die gigantischen Blumenrabatten, Kakteen-Arrangements und Palmen bewässern. Tja, Los Angeles und das Wasser. Eigenes Thema.

Los Angeles mit Kindern - beverly hills

Das Schöne, wenn man der Nase nach fährt: Auf einmal tauchen bekannte Dinge auf. Ganz plötzlich ist da Pretty Woman’s Rodeo Drive. Das „Mama-fährt-ohne-Navi-durch-Los-Angeles-Tempo“ ermöglichte sogar einen virtuellen Shoppingtrip durch die dortige Glitzer-Modewelt.

Straßenkehrer und Kameramänner

Der Hollywood Boulevard selber hat früh morgens einen ganz eigenen Charme. Abgesehen davon, dass man in einer der kleinen Seitenstraßen ganz leicht einen kostenlosen Parkplatz findet. Fröhlich den Radiosong im Auto nebenan mitsingende Mexikanerinnen lächeln uns beim „wir-brauchen-dringend-Rühreier-Frühstück“ beim Maci an. Ein süßer Grasgeruch liegt in der Luft. Der Straßenkehrer beseitigt die Spuren des Vorabends vor den Lokalen.

Auf der anderen Seite hüpft eine 1,85 m große, spindeldürre Reporterin im kleinen Schwarzen aus einem Übertragungswagen. Ein Kamerateam baut daneben gefühlte 5 Tonnen Equipment auf. Und nur ein paar Meter weiter wird der rote Teppich für den neuen Transformers-Kinostart ausgerollt. Total schräge Mischung. Unsere Lieblings-US-Roadtrip-Music-Stars schauen aber nicht vorbei. Die finden wir in Los Angeles morgens um halb acht nur am Boden.

Los Angeles mit Kindern - hollywood boulevard am morgen

Los Angeles mit Kindern? Venice Beach erst ab 18!

Schrill, bunt, langhaarig – Venice Beach ist genauso wie es der Lonely Planet beschreibt. Ambitioniert und total übermüdet war es der Plan, uns am Ende eines langen Tages im lokalen samesun hostel einzuquartieren. Zwischen ein paar Surfbrettern, asiatischen Touristen und schrägen Hasen hindurch habe ich dann aber die Information bekommen: no under 18s. Los Angeles mit Kindern mit Hindernissen. Tja, Xaver, sorry. Du musst nochmal wiederkommen.

Spannend für uns zu „Tagesrandzeiten“ und wie gesagt ohne Navigation durch die Stadt streifenden Weders war vor allem das „Drumherum“. Das „Trendviertel“ Venice Beach selber beschränkt sich eben nicht nur auf einen kleinen Hotspot, an dem auch das besagte Hostel liegt, gerahmt von Surf- und Touri-Shops sowie Mini-Restaurants.

Los Angeles mit Kindern - venice beach vorort

Eine weitläufige Wohngegend mit riesigen Palmen fügt sich hinter den Strand. Dieser wiederum zieht sich samt der berühmten Flaniermeile kilometerlang gen Norden und Süden zieht. Fehlen darf dann natürlich auch nicht die typische große Einkaufsmeile (quasi „down town Venice Beach“). Diese wiederum unterscheidet sich allerdings nur wenig von der typischen Hauptstraße in Amerika. Ein paar schöne Lokalen hier, Kaffeehäusern, Restaurants und Bars da. Naja, außer den riesigen, teuren Parkhäusern für die Touristen halt.

Los Angeles mit Kindern - im Auto durch L.A.

Übernachten in Santa Monica

Und wo werden wir übernachten, wenn nicht in einem der Hostels am Strand? Also, raus auf die üblichen „Ausfallstraßen“, an denen sich Autohändler, Fastfoodrestaurants und Motels reihen. Ein klischee-typischer, muskelbepackter, blonder Sportsmann, der den Strand entlang posierte, empfahl mir zwar Mitglied im lokalen Fitnessclub zu werden. Dort könnte ich auf dem Parkplatz im Auto schlafen und dann die Duschen im Studio nutzen (wären nur 30 Dollar). Ich habe mich trotzdem fürs Days Inn entschieden. Der dortige Preis (160 Dollar) hat mir dann vor allem gezeigt: Wir waren inzwischen schon in Santa Monica! Der reichen Schwester von Venice Beach.

Los Angeles mit Kindern - route 66 in santa monica

Übrigens: Die Ausfallstraße mit den Motels war besagter Santa Monica Boulevard und damit bin ich sogar das erste – oder das letzte – Stück der Route 66 gefahren. Sorry Stefan, auch wir müssen nochmal wiederkommen!

Long Beach – endlich ein Spielplatz!

Malibu, Venice, Hollywood und auch Long Beach – alle diese Begriffe wirken fast familiär durch den regelmäßigen Konsum von Hollywoodfilmen. Long Beach ist- kurz gesagt – ein „normales Wohnviertel“ oder eher eine Teilstadt des Flickenteppichs Los Angeles. Mit riesigen Shoppingcentern und einem großen Park mit (endlich!) einem Spielplatz! Solche notwendigen kleinen „Rastplätze“ für Xaver und mich sind in Amerika leider eine Rarität. Ein Stück Wiese zu finden, wo der Zwerg bei der ganzen Fahrerei mal „auskrabbeln“ kann, ist unendlich schwer. Entweder ist dieses Stück gepflegter Teil eines Vorgartens oder aber staubiger Rest des Landes wie es vor 100 Jahren war. Und wieder: Los Angeles mit Kindern mit Hindernissen.

L.A. Randgebiete

In Long Beach, südlich von Los Angeles, wollten wir übrigens vor dem Rückflug noch einmal an den Strand. Keine so gute Idee. Hier dominiert der Industriechic. Rechts der große Hafen von L.A., vor uns die Bohrinseln und hinter uns das örtliche Klärwerk.

Los Angeles mit Kindern - strand mit bohrinsel

Richtig schönes, freies Beachfeeling gibt es dann erst etwas südlicher, ab Laguna Beach.

Los Angeles mit Kindern - Xaver am Laguna beach

Los Angeles mit Kindern und insbesondere Baby ist also wahrlich eine Herausforderung! Finanziell und vor allem verkehrstechnisch. Fast unmöglich zu parken. Und viel schlimmer: Fast nirgendswo kann man bei kleinen Notfällen mal halten. Autobahnen gibt es eigentlich nicht unter sieben Spuren und dazu auf den Highways zumeist Stau. Aber eines haben wir mitgenommen: Es ist eine lebendige, riesige Stadt mit einer unglaublichen Vielfalt an Menschen, denen man begegnet. Und dank eines Babys kommt man erstens mit allen in Kontakt und zweitens zaubert eben dieses Zwergenkind jedem ein Lächeln ins Gesicht – unbezahlbar.

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