20 − 2 =

drei + 15 =

Also mal ehrlich – kranke Kinder sind schon schwer, ein kranker Mann noch viel mehr. So, der Spruch musste mal sein. Aber mal ehrlich: Da haben wir doch so etwas wie einen Geheimtipp in Kroatien gefunden und sogar einen Stellplatz direkt am Meer mit Sonnenuntergang ergattert. Und dann haut es nicht nur Xaver, sondern auch noch Stefan um. Krank im Urlaub, laufende Nase, heißer Kopf. So ein Pech, sagen die einen. Ärmel hoch heißt es für mich. Ganz schön intensiv und mehr Arbeit als easycheezy Vanlife.Xaver krank im Urlaub in Bale

Krank im Urlaub: Wenn das Vanlife nicht so läuft

Da bin ich also wieder, die Multitasking-Mum mit den Laufschuhen. Sorgen um den großen und den kleinen, kranken Mann wegdrücken, und trotzdem den hunderteinundfünfzigsten Gang aufs doch etwas entfernte Campingplatz-Klo mit Emil machen. Trotzdem Julius beim dritten Versuch, an Ostern Schwimmen zu gehen, unterstützen (vielleicht ist es ja jetzt wärmer). Trotzdem Kaspar so lange zu „langweilen“, bis die Spitze der Fadesse überwunden ist und er mit unserem einzigen scharfen Messer loszieht, um Pfeil und Bogen zu schnitzen. Puh.

Dabei hatte ich mir das doch ein wenig anders vorgestellt. Nachdem ich die großen Jungs vom Fußballcamp in Umag aufgelesen hatte und wir noch äußerst nette Mitreisende begeistern konnten, uns noch ein paar Tage zu begleiten, haben wir auf der Suche nach einem Campingplatz feststellen müssen, dass die meisten erst Gründonnerstag aufmachen – wenn überhaupt. Einen haben wir dann über das Internet gefunden, Mon Perin, vier Sterne. Hui, mal sehen haben wir gedacht.

Zusätzliche Anforderung: schöne Stellplätze und schöne Mobile Homes für unsere lieben Mitreisenden aus der Klagenfurter Fußballgang. Mon Perin hat uns positiv überrascht, fast ein „Geheimtipp“. Vor 10 Jahren noch ein Hippie-Treffpunkt, teilt der Platz sich in zwei Teile, die nur durch eine lange Straße, an deren Weggabelung die Rezeption liegt, verbunden sind. Typisch für Kroatien ziehen sich beide Teile jeweils an einer Bucht entlang, übrigens sehr idyllisch. Der Platz ist sehr neu, vor allem die Waschhäuser sind ziemlich flashy. Und für uns gab es eben sogar einen Stellplatz direkt am Meer.

In Ruhe gelassen werden

Lang lebe die Vorsaison. Speziell wenn alle um Dich herum krank im Urlaub hängen. Heißt: Man wird in Mon Perin in Ruhe gelassen. Der Campingplatz hat einen hohen Anteil an „Privatgrund“, da die Bewohner von Bale diesen gemeinschaftlich bewirtschaften. Trotz relativer Größe des Platzes stehen wir hier nicht wie auf den Legehühnerbatterie-Campingplätzen, die es sonst entlang der kroatischen Küste gibt.

Dementsprechend steht hier nicht ein Wohnwagen neben dem nächsten. Das hilft, wenn es nachts bei uns rund geht. Xaver krank und wegen Zahnschmerzen schreiend bringt die Gretchenfrage ins Spiel: Laut im Bus bedeutet Emil wacht auf und alle beide schreien. Oder laut draußen bedeutet böse Blicke der Mitcamper am nächsten Morgen. Und wenn dann eben noch mein großer, starker Bär ausfällt geht auch mein Hintern auf Grundeis. Hatte ich erwähnt, dass es bei einem meiner nächtlichen Beruhigungsspaziergänge mit Xaver auch noch zu regnen anfing – der einzige Regen auf der Tour? Da zweifelt man dann doch an den Vanlife-Göttern.Krank in Kroatien

Wie man sieht, habe ich mich für die Draußen-Variante entschieden. Immerhin hatte ich bei diesen nächtlichen Wanderungen das Schlagen der Wellen gegen den Strand im Ohr und die Sterne am Himmel. Außerdem hat man wie gesagt Platz zum Ausweichen. Nette Begegnungen mit Privatnutzern, Pärchen aus Bale, die einfach am Meer sitzen wollen, zwei Männern, einer davon im DDR-Sweatshirt, die schwere Marschlieder mitsingen inklusive. Was bleibt? Durchpusten, grinsen und das Beste draus machen. Der nächste Tag kommt bestimmt.

PS: Dieser Text entstand irgendwann zwischen 3 und 4.30 Uhr morgens. Gefühlt und geschätzt. Jedenfalls war es dunkel.

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