eins × 2 =

19 − fünf =

Es ist fast schon irgendwie kitschig. Ein Wochenende. Julius und ich. Ein Vater, ein Sohn. Gemeinsam zum Bulli-Treffen. Autos, Grillen, Fußball-WM. Männerdinge eben. Mit vollem Anlauf in die Gender-Mottenkisten. Soweit nicht ungewöhnlich, scheint es. Oder doch? Wenn der Vater mit dem Sohne – dieser Halbsatz ist nicht nur eine rührselige Geschichte, verfilmt mit Heinz Rühmann, sondern für mich eine Hommage an echte Vater-Sohn Quality Time. Denn im 6inaVan-Alltag mit vier Jungs sind zwei Tage allein mit einem einzigen Weder-Knaben für mich eher ein Film mit Seltenheitswert.Julius und Stefan von 6inaVan beim Sommerrodeln

Zahnfleisch-Tour mit Überanstrengungstendenzen

Er hatte kein bisschen gezögert. Null. Julius wollte mit zum Bullitreffen. Als ich ihm davon erzählte, war die Entscheidung schon gefallen. Nicht ohne ihn. Er freute sich wie ein Schnitzel. Zumal er bald auch wusste, dass er mit mir allein unterwegs sein wird. Abenteuertour mit Papa. Und vor allem ohne den großen Bruder. Dem Vorbild, das ständig vor und manchmal auch auf seiner Nase tanzt. Dem, der doch immer drei Jahre voraus ist. Der oft Dinge machen darf, die man als Kleinerer eben noch nicht darf. Da ist so etwas Julius-Exklusives eine große Sache.

Die zwei Tage hatten es in sich. Als ob es jede Sekunde zu nützen galt. Dicht gedrängt das Programm. Mit leichten Überanstrengungstendenzen. Abfahrt am Samstag um 4 Uhr früh, rauf auf die Autobahn von Klagenfurt nach Reutte. Auf zur Bullishow. Davor noch ein kurzer Stopp im Schloss Linderhof. Beim Bullitreffen einchecken, umschauen, Bloggerkollegen treffen. Kurz Zeit zum Verschnaufen gab es nur kurz vor dem Bulli-Konvoi rund um die Ammergauer Alpen. Zeit aber genug für ein erstes Zwischenfazit der Vater-Sohn-Tour. Marke WederStyle.

Dann einreihen in die Rundtour. Wieskirche. Und weiter bis zum Campingplatz. Ankommen. Irgendwie. Zum ersten Mal an diesem Tag. Ein erfrischender Sprung in den Plansee, dann ab zur Grillage. Futtern im Bierzelt. WM kucken. In Deutschland-Farben. Und danach ins WederVan-Bett fallen. Mit schweren Augen und all den restlich schlappen Körperteilen, die die Augen so umgeben.

Julius beim Public Viewing am Bullitreffen

Am Morgen wieder auf, eine Partie Frühstücksfußball nach dem Frischmachen. Danach noch einmal Bullishow. Sich stärken. Und die letzten Eindrücke des Bullitreffens mitnehmen. Nach Mittag dann Aufbruch. Heimfahrt über Oberammergau. Zum Abschluss Männer-Verwöhnprogramm mit Sommerrodelbahn und Schnitzelessen. Nein, Cordon Bleu. Es muss ja ordentlich gefeiert werden. Nicht Kinderportion. Das Große. Und dann durchbrausen nach Klagenfurt. Puh. Wir gingen am Zahnfleisch. Aber es war es wert.

Julius, der Fotograf

Trotz dieser „Termine“ und Fahrtstrapazen von einem keine Spur: Meckern, Beschweren, Motzen. Julius war ein Engel im Sternenpulli. Nicht, dass er zu Hause nur der Terror-Tarzan wäre. Aber so gar kein einziges Tönchen Missstimmung in zwei Tagen? Nada, zero, nix? Zumindest ungewohnt für den Wederschen Wuschelkopf.

Vielleicht aber lag es auch an seiner Mission: Fotos machen. Der nächste 6inaVan Nachwuchsblogger in the making. Sony Alpha in die Hand und los. Er wart kaum mehr einzufangen. Rund 500 Bilder sollten sich in den zwei Tagen ansammeln. Speicherkartenexplosion. Blümchen hier, Bullis da, Schilder dort. Aus jedem Winkel. Draufhalten, abdrücken. Ohne Rücksicht auf die eigene Kondition. Immer dabei: Sein unnachahmliches, ansteckendes Grinsen. Über beide Ohren. Und dem besonderen, leicht schelmischen Funkeln in den kleinen, siebenjährigen Augen.Julius vor Schloss LinderhofJulius beim Fotografieren in Schloss LinderhofJulius grinsend mit Kamera vor der BullishowJulius fotografiert das Schild zum Passionstheater in Oberammergau

Wenn der Vater mit dem Sohne: Quality Time mit Extras

Falls es bei mir so etwas wie ein „Um-den-kleinen-Finger-Wickeln“ gäbe, was ich als Papa natürlich niemals zugeben würde – Julius hätte es an diesem Wochenende geschafft. Leichte Tendenzen dazu musste ich schon zugeben. Da habe ich Dinge erlaubt, die bei mir sonst nie durchgehen würden. Stichwort Brot und Spiele oder so. Ich, der Julius Cäsar der Kindererziehung. Oder wie man mich sonst halt so kennt.

Aber am Wochenende? Da lasse ich mich tatsächlich überreden, die sicherlich lustige, aber völlig unnötige „Deutschland-Fan-Behelmung“ im schwarz-rot-goldenen Wikingerstil zu kaufen. Noch dazu bei der Kick-Leistung der deutschen Equipe. Oder aber die Erlaubnis, bis in die Puppen aufzubleiben. Im vollsten Bewusstsein, die übernächtigten Folgen am Tag darauf brühwarm serviert zu bekommen. Alles egal, wenn die gemeinsame Zeit aus viel Spaß und Harmonie besteht, wie ich sie sonst in solcher Geballtheit bei der Dynamik von vier WederJungs eben nicht so oft zu Gesicht bekomme.Julius im Festzelt mit Grillteller

Umso überraschender war nach diesem Papa-Verwöhnprogramm die Antwort von Julius auf die Frage, was denn für ihn das Schönste war auf den zwei Tagen. Nein, nicht der Wikingerhelm, nicht das lange Aufbleiben oder die Schlossbesichtigung. Es war das gemeinsame Schlafen im Aufstelldach im WederVan am Campingplatz. Julius und Papa nebeneinander in Schlafsäcken. Nach einem erfüllten Tag. Allein. Ohne den Rest der WederCrew. Ein Bild, das es wohl in dieser Form nicht so bald wieder geben wird. Statt „Wenn der Vater mit dem Sohne“ wird es dann wieder heißen „Wenn der Vater mit den Söhnen“. Und Franzisca. Auch Quality Time. Aber anders.

Danke, Julius, für diese tollen Momente.

Julius am Plansee

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Ein Wochenende, zwei Männer. Wenn der Vater mit dem Sohne. Für andere normal, für die Weders speziell. Eine Hommage an Quality Time zweier Weders. Im 6inaVan-Alltag eine Situation mit Seltenheitswert.

 

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