5 × 2 =

vier × 3 =

„Wieder daheim. Ich freu mich, wir waren ja sooooo lange weg.“ Das waren Julius‘ erste Worte, als wir von unserem Familientrip nach Augsburg den WederVan abstellten. Dabei waren wir gerade mal zwei Tage unterwegs. Rund 900 Kilometer, eine winterliche Nacht im Van und eine Erstkommunion später. Ein intensives Wochenende. Mit schönen Familienmomenten und ganz viel Road. Doch wann ist eine lange Autofahrt mit Baby und kleinen Kindern zu viel? Wann ist es zu viel Road? Muten wir unseren Kids zu viel zu?

Inside the van

Tauern: Unser Tor zur Heimat

Ob wir jemals herausfinden werden, wie viele Tunnel es wirklich sind auf dieser A10? 14, 15, 16? Gefühlt sind wir die Tauernautobahn schon tausende Male gefahren. Jedes Mal, wenn wir von Klagenfurt nach Salzburg fahren, versuchen wir zu zählen. Und jedes Mal kommen wir aus dem Tritt. Entweder es schläft der „Nummernverantwortliche“ ein, wir vergessen das Mitzählen oder machen eine Rast, die uns rausbringt.

Über die Tauernautobahn - lange Autofahrt mit Baby nach Deutschland

Aber egal, wie viele Tunnel es auch letztlich wirklich sind – wenn wir beim letzten Tunnel in Golling rauskommen, ist nie wirklich Schluss mit unserer Reise in den Norden. Meist geht es weiter in schwarz-rot-goldene Lande, unsere Heimat. Dort, wo Franzisca und ich geboren und aufgewachsen sind. So wie am letzten Wochenende. Diesmal hieß unsere Destination Augsburg. Erstkommunion von Linda, der Tochter meiner Schwester, und große Familienfeier.

Geplant waren gechillte Weder-Tage von Freitag bis Montag, dem Mai-Feiertag, und das volle 6inaVan-Feeling. Letzteres gab es auch. Im Überschuss. Dafür haben wir diesmal das mit dem Chillen nicht so hinbekommen. Eine vollgestopfte Woche mit Terminen und Veranstaltungen und der Wintereinbruch mit Schneechaos in Salzburger Landen und Teilen Bayerns veranlassten uns, kurzfristig umzuplanen. Also nicht Freitag los, sondern Samstag. Und nicht Sonntag und Montag gemütlich in Etappen zurück, sondern in einem Abwasch nach der Feier am Sonntag retour nach Klagenfurt. Nicht mal Zeit für ein Augsburg-Streifzug und „Augsburg im WederCheck“. Insgesamt ein straffer Plan und eine lange Autofahrt mit Baby, lange Autofahrt mit den WederJungs. Aber für uns nicht ungewöhnlich.

Lange Autofahrt mit Baby: Geht reisen wie früher?

Früher gehörten solche Touren zur normalen Wederschen Reisetätigkeit. Durchfahren durch die Nacht, um um 4 Uhr früh im nächtlich-beleuchteten Paris zu herumzukurven? Kein Problem. Feiern auf der Reeperbahn in Hamburg und Durchmachen, um dann tagsüber rund 750 Kilometer bis Eichstätt (dort studierten Franzisca und ich) abzuspulen? Geht auf der linken A…backe. Tolle Erinnerungen. Die einzige Schwierigkeit: Heute sind wir rund 15 Jahre älter. Und haben Kinder. 4 „Stück“.

Ein wenig mehr als 900 Kilometer zeigte der Tageskilometerzähler nach den zwei Tagen dann auch an. Rund 10 von 38 Stunden gesamt verbrachten wir im Van. Fahrend. Die Stunden des Schlafens in der Nacht auf dem Campingplatz bei Augsburg bei gefühlten Minusgraden und laufender Standheizung nicht mitgerechnet. Genauer gesagt Camping Ludwigshof am See in Affing, nördlich von Augsburg gelegen. Ultra-deutsch und ultra-gut.WederVan beim Camping in Augsburg

Teutonen-Camping in Augsburg

Ultra-gut vor allem für eine Nacht. Sehr gut und schnell erreichbar von der Autobahn, sehr freundliches Personal, idyllisch am See angelegt. Ultra-deutsch wegen der strikten Mittagsruhezeiten, der mit 32 Euro pro Nacht gefühlt recht üppigen Vorsaison-Zeltplatz-Kosten und der starken Dauercamping-Lobby am Platz. Ihnen gehören die Stellplätze in erster Reihe am See. Eingezäunte, Schrebergarten-ähnlich angelegte Parzellen mit Wohnwagen, Flaggen, Grills und Springbrünnchen. Erinnert ein wenig an das Sommerurlaub-Klischee von „Malle“ und den berühmt-berüchtigten „Teutonen-Handtücher“, die bereits um 7 Uhr in der Früh von einer Unterhemden-Armada in weißen Tennissocken und Sandalen auf den dortigen Strandliegen am Hotelpool ausgebreitet werden, um den Platz in erster Reihe tagsüber zu sichern. So zumindest das Klischee, das sicher nicht stimmt, oder?

Egal, war für uns sowieso noch viel zu kalt für See und Schwimmen. Wichtiger für uns: In zweiter Reihe herrschte viel Platz. Eine große WederVan-Stand- und Spielwiese mit Spielplatz. Und wir die Campingplatz-Rebellen: Kicken, Laufen, Lachen um 14 Uhr, mitten in der Mittagsruhezeit. Revolution!Ludwigshof Campingplatz Augsburg

Augsburg jedenfalls bedeutet neben den Van-Kilometern, einer langen Autofahrt mit Baby und See-Camping auch schöne, aufregende Momente der Jungs mit Cousin und Cousinen, Tante und Onkel, mit Oma und Opa, mit uns und neben dem Kicken am Campingplatz ganz viel Spaß und Spiel. Mit eineinhalb Stunden Erstkommunion-Erlebnis in der Kirche und einem genialen, mongolischen Festtagsbuffet mit Live-Cooking von lukullischen Genüssen wir Froschschenkel oder Lamafleisch, das für mehr als volle Bäuche sorgte.

Die Kinder im Mittelpunkt

Die eine Frage jedenfalls steht weiter im Raum: Ist das alles zu viel für kleine Kreaturen wie unsere Jungs? Ist eine lange Autofahrt mit Baby, mit kleinen Kids tragbar? Auch wenn es vielleicht hart erscheinen mag, habe ich eine klare Meinung: Es ist, und nein, es ist nicht zuviel. Würden wir es wieder so machen? Ja, würden wir. Und da traue ich mich auch mit Franzisca zu sprechen.

Eines ist und wird immer klar sein: Unsere Kids sind unser Maßstab. Sie geben uns direktes Feedback auf alles, was wir tun. Gefragt oder ungefragt. Und wenn es eine zweitägige „Monster-Reise“ und eine lange Autofahrt mit Baby nach Augsburg ist. Und bis auf Julius‘ verwirrter Wahrnehmung der Zeit mit dem „sooo lange weg“-Spruch gab es keine Anzeichen, die uns zeigen würden, dass es zu viel war. Sie machen sich da auch keine Köpfe wie wir. Für sie ist das einfach eine Tour, ein Abenteuer, ein Erlebnis. Und danach? Keine Wutanfälle, keine Zusammenbrüche, die über das bekannte, Wedersche Normal-Jungs-Maß hinausgehen.Happy chubby in the van: Lange Autofahrt mit Baby zu viel?

Volle Fahrt voraus

Ich glaube fest daran, dass die Jungs das nicht nur gut verkraften, sondern auch darüber hinaus tolle Momente und Erlebnisse für sich mitgenommen haben. Familiäre Momente, die es sowieso viel zu selten gibt. Eben weil Augsburg und die lieben Verwandten ein paar Kilometer weg wohnen. Aber auch die Momente, die Zeit im Van selbst sind wertvoll. Momente des gemeinsamen Lachens, des gemeinsamen, lauten Singens. Und auch des Weinens und Streitens. Normal für uns. Und wichtig.

Wir lassen das ja auch nicht so stehen. Geht im Van auch gar nicht anders. Denn herrscht plötzlich dicke Luft, reagieren wir. Raus aus der eingeschränkten Vansituation. Raus mit der angestauten Wut, der angestauten Energie. Kicken am Rastplatz. Burgen anschauen. Was auch immer. Und dann fahren wir weiter. Wie früher. Und doch immer ein wenig anders.

Driving Stefan

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