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Wir sind die Weders. Wir sind Six in a Van. Oder noch besser 6inaVan. Soweit dürfte das Euch bekannt sein. Sonst wärt Ihr ja auch nicht hier. Doch wisst Ihr eigentlich, wie 6inaVan entstanden ist? Was hat uns getrieben, diesen „Reisen mit Kindern Blog“ ins Leben zu rufen? Die ausführliche Geschichte zur Entstehung von 6inaVan.Belgrad im 6inaVan Check

Alles grau, oder was?

Welcher Tag Anfang März 2016 es genau war, weiß ich nicht mehr. Eigentlich auch egal. Denn die Tage beginnen bei uns meist gleich: Mit dem Aufschlagen der Augen, mit dem Aufschlagen der Tageszeitung. Mal später, mal früher. Meist früher. Die Kleine Zeitung ist bei uns das Blatt der Wahl im heimischen Klagenfurt. Klein waren die Schlagzeilen jedoch nicht: Brexit, Flüchtlinge, EU-Finanzkrise mit einhergehendem Dauerbashing, Gewalttaten. Und dann noch das Klagenfurter Winterwetter. Klagenfurt im Winter. Beckenlage. Draußen alles nass in nass, grau in grau. Also was nun? Alles böse, alles blöd, alles bäh. Dieser Eindruck musste unweigerlich entstehen.

Und wir? Wir waren gerade aus Australien zurückgekehrt. Eine knapp zweimonatige Reise lag hinter uns. Ein Roadtrip der besonderen Art. Neuseeland, Tasmanien, am Murray River von Melbourne bis Adelaide, danach entlang der Küste über die Great Ocean Road zurück bis Melbourne. Wir, vollgepropft mit Eindrücken. Bis oben hin angereichert mit schönen Familienmomenten. Erfüllt mit einem „Die Welt ist schön, bunt und vielfältig“-Gefühl. Und nun die Realitätskeule. In schwarz-weiß gedruckt und beim Blick aus dem Fenster. Kann es das sein?reisen mit kinder blog - alles schlecht

Eine Idee entsteht

Diese Realität entsprach einfach nicht unserem Gefühl. Wir waren uns einig: Wir wollten etwas ändern. Für uns. In so einer negativen Umgebung leben, in einer solchen Umgebung die Kinder großziehen, wo es doch so viel Schönes auf der Welt gab? Wir waren überdrüssig vom allgemeinen Hinschlagen auf alles, was fremd, was neu, was anders ist. Hinschlagen hier übrigens durchaus mehrdeutig gemeint.

Doch was tun in unserer kleinen „Klagenfurt-Bubble„? Wir begannen zu überlegen. Wir schmissen all das auf den Tisch, was wir hatten. Talente, und was wir mitbringen. Werte, die uns etwas bedeuten. Dinge, die wir gerne tun. Übrig blieben die Stichworte „Kinder“, „Reisen“ und „Kommunikation“. Geboren war, nein, nicht 6inaVan. Geboren war die Idee des WederVaning im großen Stil, eines neuen Roadtrips: Wir gehen auf EU-Tour.Die sechs Mitglieder von 6inavan, die Weder Familie

Geplant & gerechnet

Ich bin ein klassischer Kommunikationsmensch. PRler von Beruf. So ein wenig der strategische Beratertyp. Also ging ich an die Sache ran, wie ich es gelernt und immer schon praktiziert hatte: Ich mache ein Konzept. Ein Kommunikationskonzept. Eine Powerpoint-Präsentation entstand. Inklusive Analyse der Ausgangssituation, Ziele, Zielgruppen, Botschaften, möglicher Kommunikationskanäle mit einem Blog als zentrale Plattform und weiterer kreativer Ansätze. Arbeitstitel: WederVaning the EU, abentEUer und *trommelwirbel* 6inaVan.

Der Plan: Die Weders erkunden die EU. Und berichten darüber. 1 Familie, 1 VW California, 6 Personen, 6 Monate, alle 28 Hauptstädte der EU – so die einfache Rechnung. Im März 2017, das sagte der ehrgeizige Projektplan im Konzept, sollte die Reise losgehen. Einziges Problem: Die Nebenrechnung.

Nachdem wir recherchiert, die Strecken durchgeplant und alles inklusive aktuellen Dieselpreisen, Autobahn- und Fährgebühren in den Ländern und sonstigen Ausgaben ausbudgetiert hatten, war schnell klar, dass wir uns das einfach nicht leisten können. Auf rund 60.000 Euro sind wir gekommen, gut und mit Luft gerechnet.

Geplant, überlegt, abgelegt

Also ad acta legen, wegpacken, vergessen? Nein, noch nicht ganz. Denn natürlich hatten wir auch im Kopf, die Tour entsprechend zu monetarisieren. Die Weders als große Influencer. Das Konzept war daher nicht nur Projektplan, sondern auch gedacht zum Anfragen bei Unternehmen wie VW oder T-Mobile. Klassisches Sponsoring bitte. Mit Erfolgsversprechen auf der ganzen Linie. Sie sollten uns mit Kohle überschütten.reisen mit kindern blog erfolg

Logisch, das war recht blauäugig, wie sich herausstellte. Denn was sollten wir außer der Idee vorzeigen? Würden wir als VW ein solches Konzept unterstützen, ohne genau zu wissen, wie die Weders schreiben? Wie sie Beiträge verfassen? Und ob sie das überhaupt tun? Welche Werte vertreten sie? Und welche nackten Zahlen, also Reichweite & Co. bringt einem Unternehmen wie uns eine solche Tour überhaupt?

Reisen mit Kindern Blog als Strategie der kleinen Schritte

Wir hatten nichts zum Vorzeigen. Fast nichts. Nur ein paar, heute mittlerweile versteckte Blogeinträge zum Thema PR und Kommunikation auf meiner beruflichen Wederei-Homepage sowie einem sehr altbacken daher kommenden, aber mit viel Liebe verfassten Papa-Karenzblog. Immerhin. Nur nicht wirklich vorzeigbar.

Auch die Zweifel wuchsen. Vor allem die Zweifel an uns selbst. In diesem Stil zu reisen hatten wir noch nie wirklich vorher versucht. Mit Zeitdruck, mit Schreibdruck, mit Kindern. Wenn wir das starten, können wir – sollten wir überraschenderweise Sponsoren anziehen – „delivern“? Wie ist es überhaupt, von unterwegs zu arbeiten? Taugt uns das überhaupt, wie es sich so schön am Papier liest? Passt das zu uns?

Wir machten einen Schritt zurück. Die große EU-Tour-Idee im Hinterkopf wurde erst einmal abgelegt. Stattdessen zwei Dinge gestartet: 6inaVan.com als Blog und die #CEEtour17 als unsere Familienreiseblogger-Taufe, wo wir sehen wollten, wir wir uns auf einer längeren Tour schreibend schlagend. Speziell bei letzterem haben wir viel gelernt. Im Rückblick sind wir froh, diese große EU-Tour nicht gemacht zu haben. Wir wären noch viel, viel zu grün gewesen. Reiseblog technisch. Damit wären wir sicher nicht glücklich geworden.

Was wohl die Zukunft bringt?

Fast ein Jahr gibt es uns als 6inaVan nun. Und es macht (wieder) Spaß. Die Kernbotschaften, die wir auf der initialen EU-Tour vermitteln wollten, sind die gleichen geblieben:

  • Reisen auch mit vielen Kindern ist keine Hexerei.
  • Reisen und vor allem Begegnungen mit fremden, neuen Menschen und Kulturen lehrt unendlich viel.
  • Die EU ist eine vielfältige Gemeinschaft, die es zu erhalten gilt.

Bei letztem Punkt tun wir uns noch ein wenig schwer. Einmal eingetaucht in die Reisewelten von Familienbloggern, von Reisebloggern, Familienreisebloggern und anderen Vanlife-Abenteurern tauchen von überall neue Ideen und Inspirationen auf. Die Welt ist voller Reiseziele, voller spannender Orte, die nur darauf warten, von uns entdeckt zu werden.reisen mit kinder blog spannende länderDie EU-Tour hingegen liegt weiter ad acta im Ordner. Wir führen sie als EU-Silvestertour mit unseren Freunden in filetierter Form, mit einer neuen EU-Hauptstadt jedes Silvester, durch. Doch wer weiß. Vielleicht ziehen wir eines Tages das Konzept wieder aus dem Ordner und machen es einfach. Um diese dann zu einem neuen Kapitel im Buch der hoffentlich langen 6inaVan-Geschichte zu werden. Der Anfang jedenfalls ist gemacht.

Danke, dass Ihr mit uns mitreist!

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