zehn + 4 =

16 + 15 =

Ja, wir waren im Colosseum. Und ja, wir waren in den Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle, auf der Engelsburg, im Petersdom, am Trevi Brunnen, im Forum Romanum und bei der Bocca della Verità. Alles grandios zum Entdecken, mit grandiosen Geschichten für die Kinder. Dort waren über Silvester 2015/2016 wie so immer Menschenmassen ohne Ende – und wir mittendrin. Wir standen Stunden an, mit Kindern, die das so gut wie ohne mit der Wimper zu zucken mitgemacht haben. Und ja, wir haben uns dort ein dickes Loch in die 6inaVan-Reisekasse gebrannt. All das und ähnliches lest ihr überall im Netz. Ihr kennt die Bilder von Rom. Die haben wir natürlich auch. Und ja, all das oben genannte und generell Rom mit Kindern können auch wir absolut empfehlen. Auch zu Silvester.

Damit wäre das geklärt. Deshalb wollen wir den 10. Stopp unserer EU-Silvestertour mal von einer anderen Seite betrachten. Rom mit Kindern einmal anders. Mit anderen Bildern und 6inaVan-Geschichten, die bereits vor Rom mit einem Mini-Roadtrip über Florenz, San Gimignano und Siena begann. Damals auch noch nicht „six in a van“, sondern zu fünft.

Rom mit Kindern, Geschichte 1: Papa cruising

Irgendwie fühlte es sich an wie ein Konzert der Backstreet Boys. Kreischende, singende Jugendgruppen, mit Transparenten und Flaggen ausgestattet, ein fröhliches, entspanntes, erwartungsfrohes Lachen auf den Lippen. Der einzige Unterschied: Die Bühne sah etwas anders aus. So prunkvoll. Kein Wunder. Die Bühne war der Petersdom, das „Stadion“ der Petersplatz. Die Weders, mittendrin im Epizentrum der römisch-katholischen Kirche. Zu einer der hochheiligen Zeiten des Jahres. Nach Weihnachten. Nach Jesus Geburt. Statt „I want it that way“ klerikales Liedgut. Es war ein katholisch-kirchlicher Event. Die Generalaudienz des Papstes am Petersplatz. Und wir mittendrin. 

Die kostenlosen Karten zu diesem „Happening“ hatten wir frühzeitig reserviert und am Tag vor der Audienz beim Pilgerzentrum in der Nähe der Engelsbrücke abgeholt. Am Ende des Jahres noch einmal einen Segen erhalten. Vom „Cheffe“ – Papst Franziskus – höchstpersönlich. Und es war wirklich ein echtes Erlebnis. Mit so viel Emotion und Kribbeln im Bauch hatten wir nicht gerechnet. Vermutlich sogar mehr als bei den Backstreet Boys (vorausgesetzt, ich wäre da je hingegangen).

Auch die Kinder wurden von der Euphorie angesteckt. Der Platz auf meinen Schultern war heiß begehrt. Als „Papa“ im Papamobil durch die Menge cruiste, wurde es laut. Ein Rufen, Klatschen und Schreien. Die Menge jubelnd. Ein Handymeer wogte auf und ab, Selfiesticks – damals noch an gefühlt jedem Eck von Straßenverkäufern angeboten – gingen in die Höhe, wurden so weit wie möglich nach vorne gestreckt. Jeder wollte das beste Bild vom Papst. Und wir mittendrin.

Die Audienz selbst, ein Wortgottesdienst, war dann weniger spektakulär. Auch aufgrund der Freiluft-Atmosphäre irgendwie nicht so „salbungsvoll“ wie erwartet. Nur einmal noch brandeten Wogen der Begeisterung über den Peterplatz, als einzelne Pilgergruppen explizit vom Papst erwähnt und ausgerufen wurden.

Papa ante portas

Geplant hatten wir, gleich im Anschluss an die Audienz den Petersdom zu besichtigen. Aber da waren wir nicht die Einzigen. Hätten wir uns auch denken können. Und hätte bedeutet: Erstmal raus aus dem „Audienz-Areal“ und wieder rein in die Schlange. Haben wir nach dem päpstlichen Segen dann erst mal verschoben und uns stattdessen – gar nicht wirklich christlich – in einer der Touri-Pizzerien in Petersdom-nähe stilecht ausnehmen lassen.

Den Petersdom haben wir dann am nächsten Tag doch noch gewagt. Bei leichtem Regen. AmEnde wäre es sich vermutlich gleich geblieben: Geschlagene 3 Stunden hat es vom Ende der Schlange bis zur Heiligen Pforte als Eingang in den Dom, die dank des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit geöffnet war, gedauert. Die Kids: grandios. Kein Murren, keine Beschwerde, die nicht über den normalen Anstehwahnsinn hinausging.

Kirche unter Kontrolle

Der Grund für das Stehen war einfach: Nach Weihnachten und Sicherheitsschleusen wie beim Flughafen. Mit allem Pipapo. Röntgengeräte und Piepser, daneben maschinengewehr-bewaffnete Carabinieri. Leider vermutlich notwendig. Vermutlich aber auch der mit Abstand befremdlichste Zugang zu einer Kirche ever. Schere im Kopf. War da nicht was mit „lasset die Schäflein zu mir kommen“? Da stand nix von Kontrollen. Traurige Zeiten, dass der „Herdentrieb“ heutzutage geschleust werden muss. Geschleust? Auch diese Wortspiel lasse ich in diesem Zusammenhang einfach mal so stehen.

Jedenfalls für uns genug Zeit für sinnlosen Zeitvertreib. Mit Selfies beispielsweise nach rund 30 Minuten.

Und dann wieder nach rund eineinhalb Stunden.

Wer will, kann gerne „Wo ist Walter“-mäßig schauen, ob er auf beiden Bildern gleiche Personen findet. Außer mir natürlich. Welches Bild jedenfalls später aufgenommen wurde, hätte ich auch wohl nicht dazuschreiben müssen. Das ist leicht an den Gesichtern der Wartenden zu erkennen. Und der Petersdom? Beeindruckend. Ja eh. Petersdom halt.

Rom mit Kindern, Geschichte 2: Julius trifft Julius, Franzisca Franziskus

Wir hatten unseren Bub Nummer 2 heiß auf Rom gemacht. Mit einem Buch mit Klappen zu den alten Römern. Und natürlich mit ihm selbst. Julius. Sein Name. „Vom Geschlecht der Julier stammend“. Göttlichen Ursprungs. Und mit ihm als „It-Girl des Stammes“: Gaius Iulius Caesar. Der Feldherr. Der große Eroberer. Der Titelgeber aller folgenden „Kaiser“ und Namensgeber des schönen, warmen Monats, den wir so lieben. Klar, dass der Knabe zieht.

Auch wenn nur ein Bruchteil der Bauten in Rom auf Caesar zurückgeht, haben wir ihn für viel Motivation missbraucht. „Komm, lass uns schauen, was Julius da noch alles gebaut hat“. Fiese Eltern-Tricks, um noch ein paar Meter Fußweg herauszuholen aus den kurzen Beinen des Weder-Sprösslings. Speziell im Bereich um Colosseum und Forum Romanum. Dort traf unser damals 5jähriger Stöpsel dann auch endlich auf seinen großen Namensgeber.

Franzisca hatte ihre Namensgeschichte schon auf dem Weg nach Rom. In der Basilica Di San Francesco in Siena. Gewidmet dem Heiligen Franz von Assisi. So beeindruckend die Kirche auch war – das Lieblingsbild aus Siena schossen wir am Piazza Del Duomo. Eine Skulptur, die pure Familien-Freude ausstrahlt. Konnte leider nicht mehr nachvollziehen, von wem das ist. Passt aber auf jeden Fall besser zu uns, besser zu Franzisca. Womit natürlich nicht die Ähnlichkeit der abgebildeten Figuren mit lebenden Personen gemeint ist. Nur rein vom Gefühl her. 

Rom mit Kindern, Geschichte 3: Deutschland vor Ort

Und noch einmal Begegnungen in Rom. Diesmal in den Vatikanischen Museen. Hochrangiger Besuch. Zumindest für gebürtige Deutsche wie uns. Da wollen wir uns, vollgepackt mit Sack und Pack, vorwärts schieben in Richtung Sixtinische Kapelle – und wer läuft uns über den Weg? Die Deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan (CDU), und der ehemalige Bundesminister Franz Müntefering (SPD). Großkoalitionär vereint.

Wenn wir schon ein Foto vom Papst haben, dann schießen wir auch eines von der deutschen Politprominenz – so der Gedanke. Keine Ahnung, ob ich ihnen bei der Frage, ob ich sie ablichten dürfte, auf den Nerv gegangen bin. Noch dazu im Urlaub, wie ich annehme. Jedenfalls waren beide wirklich sehr freundlich und zuvorkommend.

Besser noch: Im Anschluss an unsere Rom-Tour im neuen Jahr habe ich das Foto auch an beide geschickt. Nicht, dass das für die Vielgeknippsten etwas Besonderes gewesen wäre. Einfach nur als Danke für die freundliche, offene Begegnung. Und ich habe sogar von beiden Seiten ein Danke und schöne Neujahrsgrüße zurückbekommen. Teils sogar von der privaten Email-Adresse aus. Nach dem kirchlichen auch noch den politischen Neujahrsegen aus Rom. Das Jahr 2016 muss riesig gewesen sein.

Rom mit Kindern, Geschichte 4: Eis im Winter geht immer.

Wenn bei uns etwas geht, dann ist es Eis. Wann? Immer. Meistens im Mund. Oftmals auch im Gesicht. An den Kleidungsstücken sowieso. Besonders episch bekleckert haben wir uns in Florenz. Gelato extrem im Magnum Pleasure Store. War uns damals noch völlig unbekannt, dass es so etwas gibt. Und ja, die Pleasure war ganz unsererseits.

Der Clou: Ein Magnum zum Selberbauen. Wie die Sandwiches bei Subways. Nur kalt und lecker. Inneneis auswählen, dann das „Coating“, dann unterschiedlichstes „Toppings“ – von Blüten über Smarties und Minimarshmellows bis hin zu wahnsinnig viel anderem Zeug, das eben auf brauner Schokolade gut klebt. Und zum Abschluss noch einmal ein wenig andere Schokolade zum Verzieren drüber. Sünde.

Aber es geht auch klassisch. Bei der Art, mit welchem Eis wir uns bekleckern, sind wir nicht wählerisch. In San Gimignano, einem bekannten, äußerst idyllischen Berghügelstädtchen und UNESCO-Weltkulturerbe in der Toskana, bekannt vor allem durch seine vielen Türmchen, durfte es dann schon einmal ein Weltmeister-Eis sein. Cremig aufgetürmt von der Gelateria Dondoli in San Gimignano. Kein Wunder, dass die Mundwinkel der Weders bei diesem Genuss nach oben zeigten.

Und am Ende natürlich auch das hauptstädtische Eis. Nicht mehr so aufregend. Marketingtechnisch. Aber hey, Eis. Geht eben immer.

Rom mit Kindern, Geschichte 5: Wedersche Echsen

Wir Weders haben etwas Bodenständiges. Oder besser Bodenliegendes. Immer nahe der Erde. Echsen gleich. Wechselwarm. Ohne Bodenkontakt, ohne Sonnenbad geht im Winter nicht viel. Jeder noch so kleine Sonnenstrahl will aufgesogen werden, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Betriebstemperatur, die bei unseren Energie-Kids aufgewendet wird, um sich herrlich am Boden zu wälzen. Schmutz egal. Bergab am Liebsten. Wie in den vielen kleinen Gässchen des Bergdörfchens San Gimignano, wie auf der Piazza del Campo in Siena. Jedenfalls wie der Felsblock von Sisyphos. Immer und immer wieder. Letzterer war zwar Grieche und kein Italiener/Römer. Der Vergleich passt aber trotzdem. Und wenn die Akkus alle sind? Klar, aufladen. Am Boden. In der Sonne. Oder etwas essen. Oder alles gleichzeitig.

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Rom mit Kindern im Winter. Zu Silvester in Italiens Hauptstadt. Ein 6inaVan Reisebericht über den Start in das Jahr 2016.

Rom im WederCheck
Geschichtserlebnis par excellenceviel Platz und Fußgängerzonenverhältnismäßig warm im Winter
teuer, teuer, teuerMenschenmassen und Anstehen bei Attraktionengeht saubererviel zum Stapfen
7.6gesamt
Sehenswürdigkeiten9
Kinderfreundlichkeit8.1
Infrastruktur7.2
Versorgung8.9
Kosten4.7
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