neun − zwei =

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eins × zwei =

Ich liebe Überraschungen. Noch dazu, wenn es doppelte und doppelt so schöne sind wie zuletzt in den Semesterferien. Eingeschlafen in Klagenfurt, aufgewacht an der Nordsee. Stefan hat uns Weders „entführt“. Am Ende waren es 3.150 Kilometer für eine Woche Nordsee im Winter. Für eine Woche Wind, Sonne und Strand in Osterhever und auf Langeoog. Klingt verrückt? Vielleicht ein bisschen. Warum ich es dennoch immer wieder machen würde? Für mich verlief alles ohne Planungsstress, ohne Kümmern, ohne Nachdenken. Einfach sein. Einsteigen und sein. Ein Reisebericht über einen Trip zu einem meiner „Happy Places“ auf diesem Planeten.Nordsee im Winter - Sonne satt auf Eiderstedt

Überraschungstrip gen Norden

Ein ganz normaler Freitagabend, der Beginn der Semesterferien. Die Kleinen schon mit einem Bein im Bett. Die Großen gerade vom Fußballtraining nach Hause gekommen. Abendessen noch und dann, ja dann ging es los! Stefan, der Weltmeister der Überraschungen, packte uns alle ins Auto. Mir hatte er zuvor nur verraten, dass wir Gepäck für eine Woche brauchen. Das war schon im WederVan verstaut. Es wurde dunkel, und los ging es. Raus aus Klagenfurt. Nur wohin?

Die Jungs, mit Kissen und Decken in ihren Sitzen verpackt, waren genauso neugierig wie ich. Und doch fielen zumindest Xaver und Emil schon bei der Autobahnauffahrt die Augen zu. Die Großen versuchten noch, sich zumindest bis zum Autobahndreieck Villach wachzuhalten. Eines wollten sie nämlich unbedingt wissen: Geht es nach Norden oder nach Süden? Als Stefan dann Richtung Salzburg einlenkte, schliefen auch Julius und Kaspar ein.

Nachtfahrt mit Kindern? Funktioniert hervorragend

Ich war noch hell wach. Und dachte nach. München? Da lohnt sich die Nachtfahrt nicht! Berlin? Schon eher. Aber war das die ganze Überraschung? Da hat sich Stefan mehr überlegt. Im Halbschlaf zogen dann irgendwann Nürnberg, Magdeburg und Leipzig an mir vorbei. Doch als das erste mal Hannover angeschlagen stand, da war ich hellwach: Es geht in meinen geliebten Norden, irgendwo an die Nordsee! Mit einem Glitzern in den Augen konnte ich dann auch mal den tapferen Stefan ablösen. Ich hörte noch: „Nach Hannover, dann Richtung Hamburg“ und schon fielen auch ihm, nun auf dem Beifahrersitz, die Augen zu.

Kurz vor Hamburg der erste Kaffee im Morgengrauen für mich, eine Runde Rasthoftoiletten für alle. Die Nachtfahrt mit Kindern, zum ersten Mal ausprobiert, klappte hervorragend. Wir Eltern waren naturgemäß ein wenig fertig, aber die Jungs frisch und munter. Machen wir wieder.

Weiter ging es zu unserem ersten Stopp: Einem wunderbaren Frühstück bei, ratet mal, genau: Stefan Weder und seiner Family in Hamburg. Äh, ja! Äh, wie? Ja, es ist eine von Stefans lustigen Lebensgeschichten. Es gibt einen Namensvetter. Und der macht sogar auch Kommunikation. Kommunikation für Komplexes. Frisch gestärkt von dieser wunderbaren Begegnung und wie immer begeistert von Hamburg und seinen Menschen noch die letzten 1,5 Stunden Fahrt. Das Ziel war zumindest mir jetzt klar: Osterhever!Nordsee im Winter - Elektrokasten bemalt in OsterheverNordsee im Winter - Hüpfen auf den weiten Feldern in Osterhever

Watt, Flens, Leuchtturm und Robben

Ungefähr 1.200 Kilometer später waren wir also da: In Osterhever, dem kleinen Dorf mit dem Reet-gedeckten Häuschen, in dem wir gemeinsam mit unseren besten Freunden schon zweimal Silvester feiern durften. 1998 und 2001. 20 Jahre her. Ein Reise „down memory lane“, sozusagen. Noch ohne Kids, noch vor dem offiziellen Beginn der „EU-Silvestertour„. Osterhever und das „Haus Fresenius„, in dem Stefan und ich das erste Mal einige Tage (und Nächte) zusammen verbrachten. 20 Jahre her. Damals Nordsee im Winter. Jetzt wieder. Nordsee im Winter - im Haus Fresenius

In dem kleinen Häuschen, nur zwölf Kilometer nordöstlich von St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt mitten in Schleswig-Holstein gelegen, haben wir uns nun also auch als große Familie, als „WederCrew“, nach der langen Fahrt erstmal eingeigelt. Die stürmischen Böen und der Regen waren das Begrüßungsorchester. Nordsee im Winter eben. Wetter wie gemacht für einen „Klön-Sonntag“ mit Freunden aus Hamburg, die uns einen Besuch abstatteten, und einen gemütlichen Familien-Abend mit Sauna und Lesen.

Als die Sonne am Montag wieder lachte, waren für uns „Alte“ die kleinen Erinnerungen die wirklichen Glücksmomente. Wie das „Flens“ in der einen und das Fischbrötchen in der anderen Hand. Für die Kinder brauchte es dann aber doch etwas mehr. Wie die ersten Muscheln im Sand, den Leuchtturm Westerheversand, das Multimar Wattforum in Tönning oder die Seehundsstation in Friedrichskoog. Ist die Robbe schon seit Jahren das Lieblingstier vor allem von Kaspar, ist nun der Berufswunsch aller Jungs klar: Tierarzt mit Spezialisierung auf Seehunde! Die kleinen Heuler, die in der Station auf die Auswilderung warten, sind aber auch wirklich unpackbar süß!Nordsee im Winter - in der Seehundstation FriedrichskoogNordsee im Winter - Wanderung zum Leuchtturm Westerheversand

Langeoog – für uns wahrlich „Eine Insel fürs Leben“

Und dann wurde plötzlich, mitten in der Woche, zum Aufbruch geblasen. Alles zusammenpacken, sagte Stefan. Donnerstag früh geht es zurück. Hieß es. Stefan, der alte Geheimniskrämer, versuchte uns etwas von Baumaßnahmen am Häuschen zu erzählen. Die zweite Version, wir fahren mit ein paar Stopps in Deutschland wieder zurück, war da für mich schon glaubhafter.

Valentinstag war es. Die Sonne schien wieder durchs Autofenster. Bremen. Oldenburg. Wilhelmshaven?! Oh, Hammer: Langeoog, schoss es mir durch den Kopf. Unsere „Insel fürs Leben“. Der offizielle Tourismus-Slogan der ostfriesischen Insel passt auch für uns. Nicht nur hatte ich dort so gut wie jeden Sommer meiner Kindheit und Jugend verbracht. Nicht nur ist dies der Ort, an dem Stefan um meine Hand angehalten hatte. Nein, es war auch die Wahnsinns-Valentinstags-Überraschung als Sahnehäubchen auf einem eh schon so wunderbaren Urlaub!

WederVan also in Bensersiel geparkt, Fähr-Tickets besorgt und dann ab auf die Insel! Und endlich, endlich konnte ich auch den Jungs zeigen, was sie bisher nur aus (Familien-)Geschichten kennen. Die Inselbahn, den Sportstrand, die Eisdielen, die Fahrradverleihe, das Wahrzeichen Wasserturm – und natürlich den Strand und das Meer. Die Weite. Die Endlosigkeit. Überall Himmel. Nordsee im Winter. Herrlich.Nordsee im Winter - auf der Fähre nach LangeoogNordsee im Winter - Fußball am Strand von LangeoogNordsee im Winter - der Wasserturm auf Langeeog

Zwei Tage waren wir auf Langeoog, einer Insel ohne Autos, und wir waren ziemlich allein. Die Bürgersteige waren noch hochgeklappt, die Lokale zu und der Buchladen hatte noch das „Weihnachtskochbuch“ ausgestellt. Nordsee im Winter eben. Und doch war es genau so, wie wir es wollten. Und auch genau so, wie wir es in diesem Februar, in diesem mistigen, den Winter unnötig verlängernden Monat brauchten.Nordsee im Winter - nix los in Langeeog

Nordsee im Winter – wir kommen wieder!

Wir kommen wieder – und wie! Keine Frage. CEEtour17 hin, CZEtour18 her – das war der schönste Urlaub seit langem. Es war eine Woche voller Fröhlichkeit, Liebe und Freiheitsgefühlen. Ich bin da natürlich ziemlich befangen, ohne Frage. Aber der stürmische Wind um die Nase, das Salzwasser unter den Füßen und den Sand zwischen den Zehen (ja, und das „Flens“ in der Hand, ich weiß), das alles macht die Nordsee zu einem „Happy Place“ für mich. Heißt nicht, dass ich das nicht auch anders haben kann. An der Nordsee weiß ich aber, dass ich dieses Gefühl immer finde. Auch im Winter.Nordsee im Winter - Xaver happy am Strand von LangeoogLike it? Pin it!Eingeschlafen in Klagenfurt, aufgewacht an der Nordsee. Mit vier Kindern an die Nordsee im Winter. Nach Osterhever und auf Langeoog. Ein 6inaVan-Erlebnisbericht zu zwei von Franziscas "Happy Places".

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