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Wie oft dieser Spruch schon bemüht worden ist, weiß ich nicht. Aber er liegt so nah: Wattn Meer, das Wattenmeer. Besser gesagt der Nationalpark Wattenmeer. Eines der aktuell 44 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Weltnaturerbe, um genau zu sein. Auf unserem Nordsee-Trip haben wir das insgesamt rund 9.000 Quadratkilometer große Biotop innerhalb einer Woche an zwei Stellen besucht: Auf der Halbinsel Eiderstedt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, knapp zwei Stunden nördlich von Hamburg, und auf der Insel Langeoog im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, knapp zwei Stunden nordwestlich von Bremen.Gehört zum Nationalpark Wattenmeer: Sankt Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt

Nationalpark Wattenmeer im Winter: Geschlossene Gesellschaft

Nordsee im Winter mit Kindern? Wer macht denn so etwas? Wir, so die einfache Antwort. Eingestellt auf stürmische, nasse Grüße von oben, hatten wir echtes Wetter-Glück. Bis auf den Ankunftstag eine Woche Sonne pur. Und frühlingshafte Temperaturen. Doch das trügt. Dazu gibt es viel, viel Wind. Winterjacken und Wechselklamotten waren angesagt. Denn für die Kids lädt die Nordsee auch im Winter zum Plantschen ein. Der Strand zum Buddeln, die Pfützen zum Hineinspringen.

Wenn nicht wir da sind, herrscht im Winter im Nationalpark Wattenmeer Ruhe. Dann scheinen die Uhren langsamer zu gehen. Niemand da. Ferienwohnungsbunker und Appartement-Hotels in den „Hotspot-Städten“ wie Sankt Peter-Ording oder auf Langeoog laufen, wenn überhaut, auf Sparflamme. Viele Geschäfte rundherum haben zu. Es scheint wie ein kollektives Durchschnaufen und Kräftesammeln, um sich zu rüsten. Sich zu rüsten für den Moment, wenn die sommerlichen Touristen- und Urlaubermassen die (Halb-)Inselmassen einnehmen.Blick auf Windräder vom Eider-Sperrwerk im Nationalpark WattenmeerKlar war auch: Wenn zu, dann alles zu. Also auch das eine oder andere Ausflugsziel. Diese waren entweder ganz geschlossen oder hatten maximal ein paar Stunden an den Wochenenden auf. Dennoch haben wir noch genug gefunden, was es im Nationalpark Wattenmeer mit Kindern zu entdecken gibt.

Leuchtturm Westerheversand

Leuchtturm Westerheversand im Nationalpark WattenmeerWir fühlten uns allein. Zweimal waren wir dort beim Leuchtturm Westerheversand. Dem rot-weiß-rot-weiß-roten Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt. Im Schnürlregen beim ersten, in der Dämmerung beim zweiten Versuch. Insgesamt sind uns bei beiden Malen geschätzte 12 Menschen auf dem vielleicht rund einen Kilometer langen Wanderweg zum 41,5 Meter hohen Leuchtfeuerträger begegnet. Die Naturschutz-Praktikantinnen und den uns mit, nennen wir es mal „friesisch-herbem“ Charme empfangenden Leuchtturmwärter eingerechnet. Zumindest glauben wir, dass er das war.

So verschlossen wie sich unsere Begegnung am Leuchtturm gezeigt hatte, so verschlossen war der Leuchtturm selbst. Die geführte Besichtigung war ebenso wenig möglich, wie Parkplatz (1 Euro) und Touristeninfo-Häuschen am Start des Weges offen hatten. Standen wir halt am Busparkplatz. Passt beim WederVan ja sowieso irgendwie. Wer findet den Leuchtturm im Bild?Busparkplatz beim Leuchtturm Westerheversand im Nationalpark Wattenmeer

Multimar Wattforum

Mehr über den Nationalpark Wattenmeer gibt es im Multimar WattforumWenn schon im Nationalpark Wattenmeer, wollten wir mehr wissen. Mehr über Flora und Fauna, mehr über das Entstehen der Hallige und Kooge, mehr über Sturmfluten, Fischerei und den gesamten Lebensraum. Das alles gab es im Multimar Wattforum in Tönning. Lernspaß und Bildung will das 1999 errichtete Wattforum kombinieren – und das hat es auf voller Länge und Breite geschafft. Speziell für Kinder. Aber nicht nur. Der halbe Tag, den wir darin verbrachten, hätte mit Leichtigkeit noch verlängert werden können. So viel gibt es dort zu sehen und vor allem zu erleben. Mit allen Sinnen.

Eine wirklich hervorragende und hervorragend pädagogische Mischung aus interaktiven Elementen, vieles mechanisch, vieles digital, und Infohappen. Ohne unsere sowie die Kinder-Hirne zu überfordern. Riesige Aquarien mit lebendigen Meeres- und Wattbewohnern gab es genau so wie ausgestopfte und nachgebaute Exponate von Walen oder Robben. Angreifen explizit erlaubt. Zumeist. Spielraum mit Bällebad zum Austoben, Cafeteria für Pausen – was braucht Familie mehr. Auch der 25 Euro Familientarif sowie kostenlose Parkplätze sind mehr als fair. Ein traumhafter, lehrreicher Ausflug, der sich absolut bezahlt gemacht hat.

Mehr zu Walen im Multimar Wattforum im Nationalpark Wattenmeer

Emil hat Spaß im Multimar Wattforum im Nationalpark Wattenmeer

Eider-Sperrwerk

Ausflug zum Eider-Sperrwerk im Nationalpark WattenmeerWas Menschenhand den Naturgewalten der Nordsee entgegensetzen kann, wird am Eider-Sperrwerk klar. Hatten wir eigentlich gar nicht auf dem Schirm als Ausflugsziel. Aber nachdem uns Mr. Google das immer wieder in die allabendlichen Suchlisten nach neuen Entdeckungen in und um Eiderstedt spülte, entschieden wir uns doch dafür, dem gigantischen Bauwerk einen Besuch abzustatten. Zugegeben auch in der Hoffnung, den Ausflugsdampfer zu finden, der von dort zu Sandbänken mit Robben fahren soll. Er fährt auch – nur halt nicht im Winter. Wir wohl auf Vordermann gebracht. Genauso wie die Jausenstation am Parkplatz des Eider-Sperrwerks.

Zum Glück gibt es so etwas wie Betriebsschluss beim Eider-Sperrwerk nicht. Das ist immer da. Und wenn nicht gerade eine Sturmflut heranbraust, auch immer auf. Zwei Mal fünf, einzeln 40 Meter lange Stahlschleusentore schützen das dahinterliegende Land und den Schiffsverkehr auf dem Fluss Eider vor zu viel Wasser. Klingt auf dem Blatt nicht wirklich spektakulär. Wird es aber, wenn man davor steht oder über das rund 87-Millionen-Euro-teure Bauwerk spaziert. Nur ein paar Daten von der Homepage: Verbaut sind beispielsweise 48.000 m3 Beton oder 15.800 lfd. Meter Stahlpfähle.

Am Parkplatz vor Ort klären ein paar Infoschilder über das Bauwerk und die schlimmsten Fluten auf. Das war es aber schon an Infos. Dafür haben wir die Leere und Weite des an beide Seiten des Eider-Sperrwerks anschließenden Deiches mit gesamt fast 5 Kilometer an Länge noch ausführlich genutzt. Ein wenig spazieren, viel mehr Quatsch machen. Wer sagt, dass ein Deich sich nicht als Spielplatz eignet? Lässt sich schließlich hervorragend hinunterkugeln auf diesen Schrägen.Eider-Sperrwerk im Nationalpark WattenmeerWandern am Deich des Eider-Sperrwerk im Nationalpark Wattenmeer

Seehundstation Friedrichskoog

Seehundstation Friedrichskoog im Nationalpark Wattenmeer

Robben gehören seit jeher zu Kaspars Lieblingstieren. Also nahmen wir die etwa einstündige Fahrt von unserer Urlaubsbleibe in Osterhever nach Friedrichskoog gerne auf uns. Die Seehundstation Friedrichskoog hatte gerufen. Und sie hat, Winter im Nationalpark Wattenmeer zum Trotz, ganzjährig auf.

1985 wurde die Seehundstation geöffnet. Das Ziel: Sich um die Aufzucht und Auswilderung von Heulern, also von der Mutter im Säugealter getrennte Jungtiere, kümmern. Zwar wurde die Station immer wieder umgebaut und renoviert (wie auch aktuell). Das Alter sieht man der Einrichtung und auch der Ausstellung dennoch an.

Das aber tat erstens der Stimmung keinen Abbruch und ist zweitens mehr als verständlich. So ist der Betreiber ein gemeinnütziger Verein, der sich ausschließlich aus Eintritts- und Spendengeldern finanziert. Da will mit jedem Euro sorgsam umgegangen werden. Die insgesamt 24 Euro für die gesamte WederCrew haben wir daher gerne bezahlt. Ebenso wie die 40 am Ende für die Stoff-Souvenirs der Jungs, an denen wir nicht vorbei kamen. Spendenquittung gab es nicht.

Die Inbrunst und das ehrenamtliche Engagement von vielen Betreuern, Freiwilligen und Meeresbiologen bei der Arbeit mit den Kegelrobben und Seehunden, die beiden größten Raubtiere in Deutschland, spürt man. Dank Nebensaison und recht übersichtlicher Gruppengröße bei der Fütterung hatten wir genug Zeit und Raum, viel zu fragen und uns ausführlich umzuschauen. Und Quatsch zu machen mit den ausgestopften Freunden der Robben.Seehundaufzucht in der Seehundstation Friedrichskoog im Nationalpark WattenmeerInfoschilder in der Seehundstation Friedrichskoog im Nationalpark WattenmeerGroßer Seehund in der Seehundstation Freidrichskoog im Nationalpark Wattenmeer

Langeoog

Und dann war da noch Langeoog. Franziscas Happy Place mit vielen Erinnerungen. Unsere Insel des Lebens. Autolose Insel in Nordfriesland. Schweineteuer, dort hinzukommen. Aber jeden Cent wert. Inseltraum ohne Südsee. Dafür mit „echtem“ Meer. Dem wilden, dem rauschenden. Viel Strand, logisch. Wasserturm als Wahrzeichen. Einfach viel Platz zum Leben, zum Rumlaufen, zum Sich-treiben-lassen, zum Sein. Haben wir alles in rauen Mengen genossen. Von früh bis spät. Große Highlights und Must-Sees? Fehlanzeige. Nicht da und wenn, dann zu. Also spazieren, Strand und nix tun. Bevor es wieder 1.200 Kilometer nach Hause ging. Alles in allem und in unserem Fall genau die richtige Dosis Urlaub. Genau die richtige Dosis Nationalpark Wattenmeer. Und eine Insel – nun aufgeladen mit ganz, ganz neuen Erinnerungen.Wasserturm auf Langeoog im Nationalpark WattenmeerStrand auf Langeoog im Nationalpark WattenmeerJulius mit Lale Andersen vor dem Wasserturm auf Langeoog im Nationalpark Wattenmeer

Unsere Ausflugsziele in der Übersicht:

Like it? Pin it!attn Meer, das Wattenmeer. Im Nationalpark Wattenmeer ist im Winter vieles zu, was Museen & Co anbelangt. Dennoch gibt es genug, was es auch im Winter mit Kindern zu entdecken und erleben gibt. Ein 6inaVan-Erlebnisbericht über einen Kurzurlaub in den Nationalpark Wattenmeer.

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