2 × 5 =

5 + 20 =

Es wäre ein „Sitzer„, dieser Name. Förmlich eine Einladung für Wortspiele. Doch ich halte mich zurück. Eines im Titel muss reichen. Und das mit dem Vögelchen passt auch ganz gut. Schließlich geht es doch um „up and away“ bei der free Messe. Oder genauer die f.re.e. Denn Pünktchen müssen sein. Nur so steht das für Freizeit, Reisen und Erholung – obwohl auf der Homepage der größten Freizeit- und Reisemesse Bayerns nicht ersichtlich und Wikipedia helfen musste. Speziell beim letzten E.

Dass ich darauf nicht kam, hat auch einen plausiblen Grund: Gerade das nämlich war die f.re.e für uns nicht. Angereist mit Wederschem Sack und Pack waren es viele Lauf-Kilometer für ein paar Kilo Prospekte. Dafür ein ständiges Einfangen der WederJungs – physisch und psychisch gleichermaßen. Kindernavigation durch Menschenmassen, auf der Suche nach spannenden Plätzen für ein Päuschen. 6inaVan auf der Reisemesse.

Not Freezing zur free Messe

Es war schon komisch. Sibirische Minusgrade, die kältesten Tage im Jahr – und wir fahren auf eine Reisemesse. Im Kopf Sonne, um den Kopf Wind, am Kopf kalte Ohren. Kurz: Es war richtig eisig. Und wir? Egal. Wir haben es dennoch versucht, mit den Öffis anzureisen. Nachhaltig. Tram und U-Bahn, so der Plan.

Am Weg zur free Messe 2018 in MünchenWeit sind wir an diesem Münchener Samstag-Morgen nicht gekommen. Wir sind umgedreht. Zurück zum WederVan. Heizung auf Vollgas, Stimmung auf Zwischengas und los. Einfacher, praktischer, wärmer. Einmal durch die ganze Stadt. Vom Westen, wo wir bei Franziscas Mama unterkamen, nach Osten, denn die Messe liegt draußen. Recht weit draußen. Riem. Dort, wo früher der Flughafen war.

Wir haben diese Entscheidung, auf Eigenanfahrt umzusteigen, nicht bereut. Bekannt früh dran hieß das für uns mehr oder weniger Parken direkt vor dem Eingang zur Messe. Die 8 Euro für die Parkgebühr sind sicherlich kein Schnäppchen. Aber ein Luxus, den wir gerne zu zahlen bereit waren.

Inspiration als Ziel

Im Eingangsbereich der free Messe (ich schenke mir ab sofort die Pünktchen…) gleich die volle Dröhnung. Menschenmassen wie im Rom zu Weihnachten. Was genial war, speziell für unsere Horde: Kinder bekamen von Hostessen „Kinderausweise“ zum Eintragen der Telefonnummern der Eltern. Wahrscheinlich schon lange Standard. Wir aber waren zuletzt 1999 auf einer Reisemesse. Ohne Kinder. Als die free noch CBR hieß.Auf der free messe München mit Kindern und Kinderausweis24 Euro Familienticket Eintritt fanden wir für vier Zahler unserer „Six in a Van“-Crew in Ordnung. Schließlich sollten zwei Hallen „Caravaning & Camping“ auf uns warten. Unser Ziel: Inspiration. Einfach mal umschauen und checken, was es so Neues gibt. Ein wenig gehofft hatten wir auch auf einen Live-Einblick in den VW California XXL, aber von dieser Studie keine Spur. Zumindest haben wir die in den zwei Hallen nicht gefunden. Und in den ebenfalls an der free Messe dranhängenden Autosalon haben wir uns erst gar nicht verlaufen.

Heimspiel im Camping-Bereich

Schon bald stellte sich heraus, dass wir speziell ein Auge auf zwei Dinge werfen: Eine Alternative zu unserem 6inaVan-Stapelspiel, wenn die Kinder größer werden und nicht mehr reinpassen in der Nacht. Und auf Luxus-Gefährte,  die wir uns nie im Leben leisten würden und werden. So beispielsweise einen Luxus-Liner für schlappe 440.000 Euro. Mit eigener Garage im „Kofferraum“ für einen Fiat 500. Und keiner einfachen Hupe, sondern einer Doppelton-Druckluftfanfare. Die kostete nur 920 Euro Aufpreis. Wäre eine Überlegung für den WederVan wert, oder?

Oder einem Airstream Anhänger, der zwar ganz in Alu stylisch daherkommt, aber mit 130.000 Euro dann auch leicht das Wedersche Haushaltsbudget übersteigt. Vorsichtig formuliert. Dass wir damit nicht mal in die Einfahrt unseres kleinen Hexenhäuschens in Klagenfurt kämen, einmal gänzlich dahingestellt.free messe München AirstreamAlso zurück zu „Augenwurf 1“ und echte Alternativen für eine zukünftige „VW California Erweiterung“. Zwei Varianten erscheinen uns sinnvoll: Ein Vorzelt für den WederVan, wie es das speziell bei Outwell in unterschiedlichen Modellen und Formen zu sehen gab. Oder aber kleine Anhänger. Silbergrau, wie man sie vom Baumarkt kennt. Nur eben mit Zeltaufbau. Ein paar Handgriffe nur – und ein ausgewachsenes Zelt mit integriertem Bett steht.

Die Messeverkäufer von Campwerk, 3DOG, Trigano oder GentleTent gaben ihr bestes. Und auch die Kinder waren von dieser Variante absolut begeistert. Allerdings waren wir nicht auf Kaufen eingestellt. Schon gar nicht bei Preisen ab rund 9.000 Euro. Das will überlegt sein. Noch dazu, wenn das klassische Vorzelt-Modell nur in etwa ein Zehntel des Anhängers kostet.6inaVan Jungs tollen im Camperwerk Aufbau auf der free Messe München

Pause, Pause und Pause mit Action

Ausprobiert und Probe gelegen jedenfalls haben wir alle Varianten. Auch die mit dem Vorzelt. Das allerdings mehr aus anderen Gründen: Eine Messe schlaucht. Tierisch. Eine Pause war dringend nötig. Rasten. Einfach mal Seele und Beine baumeln lassen.

Besonders die Beine. Es kommen dann doch mehr Kilometer zusammen, als man denkt. Und wenn schon die Erwachsenen platte Füße bekommen, wie müssen sich die Kids mit ihren kleinen Kinderstelzen gefühlt haben. Während die Großen das Gesehene in den Prospekten nachlasen, gab es für die Kleinen eine Portion Technik in Form von „Kleiner Roter Traktor“ auf Mamas Smartphone.

Pause im Vorzelt von Outwell auf der free Messe München

Von da an gingen wir es gemütlicher an. Rückweg. Über den Messestand von Tschechien, die sich mit Live-Musik und vielen Informationen einladend präsentierten und damit unseren Plan, dort im Sommer mal „vorbeizuschauen“, bekräftigten, bis in die Outdoor-Halle. Oder von der Weder-Welt in die Kinder-Welt. Und dort saßen wir dann wieder für ein bis zwei Stunden. Bei den Kanuten und SUPern. Und vor allem beim Free Boulder Cup des Deutschen Alpenvereins.  Auf der free Messe München beim Kanu

Messe mit Kindern? Nicht mehr so.

Richtig vom Sitz gehauen hat uns die free Messe eigentlich nicht. Für uns war es – so komisch es trotz der Größe klingen mag – dann irgendwie zu klein im Speziellen, also zu wenig Fokus und damit zu wenig Tiefe. Die nächste Messe wird wohl eher eine Caravaning-Geschichte. Und ja, dann wohl auch ohne Kinder. Obwohl das im Gesamten schon Spaß gemacht hat.

Wahrscheinlich war unser Ansatz „Inspiration“ auch falsch. Zumindest in Verbindung mit den Kindern. Heißt: Entweder mit Kindern voll auf „erleben“ und dann gleich zu den Mitmach- und Action-Punkten gehen, oder doch ohne Kinder und gezielt mit einem Plan oder einer Kaufabsicht.

Letztlich schleppst Du am Ende zwar viel Papier mit nach Hause. Viel Papier mit vielen Informationen, die Du meinst zu brauchen. Und die dann in Kürze wohl bald im Papierkorb landen wird. Aber sonst? Gut, eine Ausnahme gab es dann doch: Franzisca hat uns beim Glücksrad eine Übernachtung in Metzgerwirt in Sankt Veit im Pongau für die ganze Familie erdreht. Wellness. Die haben wir nach der free Messe auch wirklich dringend nötig.

Was sonst noch passierte

Ach, ja, und dann war da noch mein neues Spielzeug. Ein Gimmick, ein Gimbal. Ein Stabilizer für Smartphone und GoPro, der Schluss machen soll mit wackeligen Hand-Kamera-Aufnahmen. Ein China-Teil zum Üben. Probier ich es halt mal auf der Messe aus – so der Gedanke.

Heute weiß ich: Das war mehr als bescheuert. Aus ein paar Gramm wurde gefühlt tonnenschweres Equipment. Filmen mit vier Kindern? Auf einer Messe? Und dann noch zum Ausprobieren? Keine Chance. Zu viel Ablenkung, zu viel Fokus, zu wenig Hände frei. Nach 15 Minuten wanderte das Ding wieder in seine Tasche zurück. Jedoch nicht, ohne davor noch diesen klassischen „Bin ich jetzt im Fernsehen“-Fail in Wort und Bild eingefangen zu haben. Ist noch ein weiter Weg für mich bis zu Steven Spielberg…

Like it? Pin it!Lohnt es sich, mit Kindern auf eine Reisemesse zu gehen? Zu viel oder spannendes Erlebnis? Wir haben es ausprobiert auf der f.re.e Messe 2018 in München. Ein 6inaVan Erlebnisbericht.

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